"Nichts im Universum ist ohne Wert, denn die Natur tut nichts vergeblich." Aristoteles
"Nichts im Universum ist ohne Wert,denn die Natur tut nichts vergeblich."Aristoteles

Tipps für Tierbesitzer

Füttern wir unsere Haustiere krank? 

Sind wir mal ehrlich? Wir wollen doch alle nur das Beste für unsere Vierbeiner! Aber was ist das beste Futter? Welches das im Einzelhandel am Teuersten verkauft wird, welches für das im Fernsehen Werbung gemacht wird, kaltgepresstes Futter, Trocken-, Nassfutter oder Selbstzubereitetes Futter? Alle Tierhalter stehen irgendwann vor der Entscheidung der Futterwahl. Gerade als Neutierbesitzer ist man oft sehr verunsichert und verlässt sich auf die Empfehlung des Züchters oder Tierhandelverkäufers. Ich möchte Ihnen heute einen kleinen Überblick über die gängigen Tierfuttermittel verschaffen und Ihnen aufzeigen, woran Sie erkennen, ob ein Futter auf Dauer eher gesundheitsfördernd oder gesundheitsschädlich sein kann.

 

Schauen wir uns so ein Etikett mal genauer an. Der Name des Futtermittels, das Mindesthaltbarkeits- oder Herstellungsdatum, das Nettogewicht sowie Name und Anschrift Herstellers müssen auf dem Etikett stehen. Jetzt wird es schwieriger! Die Inhaltsstoffe werden prozentual angegeben, das Rohprotein, Rohfett, die Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit. Haben Sie sich auch schon gefragt was sich eigentlich hinter diesen Angaben versteckt?

Rohprotein: Stickstoffhaltige, verdauliche und unverdauliche pflanzliche und tierische Substanzen, eiweißähnliche Bestandteile wie freie Aminosäuren, Peptide und Alkaloide.

Rohfette: Öle, Fette und fettähnliche Bestandteile tierischen und pflanzlichen Ursprungs, die in Äther löslich sind.

Rohasche: In einem speziellen Ofen bei 550°C erhitzte, aus organischen Bestandteilen verbrannte Asche. Wertlose Substanzen wie Sand als auch Mineralien wie Kalzium, Phosphor und Natrium. Analytische Messgröße für den Mineraliengehalt im Tierfutter.

Rohfaser: Schwerverdauliche und unverdauliche pflanzliche Bestandteile – hauptsächlich Zellulose aber auch Hemizellulose und Lignin.

Feuchtigkeit: Rohwassergehalt im Futtermittel. Der Feuchtigkeitsgehalt ist keine Pflichtangabe im Hundefutter, sofern er unter 14 Prozent liegt. Dies betrifft die meisten Trockenfuttersorten; hier kann man von 10 bis 12 Prozent ausgehen. Bei den meisten Feuchtfuttersorten liegt der Wassergehalt zwischen 70 und 85 Prozent.

 

Wenn Sie nun sagen, damit kann ich jetzt auch nichts anfangen, dann kann ich nur bestätigen: diese Angaben allein sind keineswegs zur Beurteilung der Futterqualität geeignet. Deshalb betrachten wir nun die Inhaltsstoffe mal genauer.

Diese werden in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgelistet, ohne dass die jeweiligen Anteile angegeben werden müssen. Das heißt der Hersteller kann Einzelfuttermittel gleicher Art in Futtermittelgruppen zusammenfassen, z. B. Getreide (Hafer, Weizen, Reis usw.). Dies verwirrt den Verbraucher und gibt kein klares Bild auf die Inhaltsstoffe, was z. B. bei bestimmten Erkrankungen zu einer Verschlimmerung dieser führen kann. Aber betrachten wir die Angaben näher.

  • Fleisch und tierische Nebenprodukte: Schlachtabfälle der Klasse 3 für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, auch Schnäbel, Krallen, Füße, Federn, Fell, Hufe, Kot, Urin, Embryos, Hirn, Euter, Muskeln, Schwarte.
  • Milch und Molkereierzeugnisse: Milcherzeugnisse Käse, Milchpulver, Molke Nebenprodukte aus der Käseherstellung etc., wird gern auch als Zuckerversteck verwendet. 
  • Eier und Eiererzeugnisse, Abfallprodukte aus der Eierverarbeitung, meist Schalen, Eiweiß von Großbäckereien.
  • Fischmehl, Knochenmehl, Geflügelfleischmehl, Hühnermehl: Tiermehl (auch Tierkörpermehl oder Kadavermehl) ist ein Produkt der Tierkörperverwertung. Die Verwendung als Futtermittel für Nutztiere ist seit 2001 EU-weit verboten. Tiermehl wird ferner in energetischer Nutzung verbrannt, als Futtermittel für Heimtiere sowie Pelz- und Zootiere verwendet und darf unter Auflagen als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden. Hoher Knochenanteil wegen Gelatine, bindet Trockenfutterkroketten damit diese die Form halten.
  • Getreideabfälle: meist zu 60-90%, wie Schalen, Strohspelzen und Pressrückstände aus der Ölgewinnung. Gerne verwendet man auch Füllstoffe wie Rotebeetemasse, da sie den Stuhl dunkel färben und lange im Darm bleiben, was dazu führt, dass der Stuhl sehr fest ist – ein beliebtes Verkaufsargument vieler Hersteller. Weinpresse, Apfeltrester wegen Bindungseffekt.
  • Bäckereierzeugnisse, Zucker: darunter fällt altes Brot, Kuchen, Nudeln.
  • Chemikalien: Konservierungsstoffe, Geschmackstoffe, Farbstoffe, Säureregulatoren, künstliche Vitamine. Methylquecksilber aus Fischen und Meerestieren, verteilt sich über die Blutbahn gleichmäßig im Körper. Es passiert die Blut-Hirn-Schranke und die Plazentabarriere und kann die geistige Entwicklung des ungeborenen Tieres beeinträchtigen.
  • Füllstoffe: Sägemehl, Stabilisatoren, Geliermittel
  • Bindemittel: Fette aus Schnellimbissen, Tierfette, verdorbene Sahne, Soja, eine amerikanische Fastfood-Kette verkauft Frittierfette an große Fertigfutterhersteller.
  • Narkosemittel, Medikamente, Plastik: von euthanasierten Tieren, Beruhigungsmittel von Tiertransporten oder die Plastikverpackungen von abgelaufenem Supermarkt-Fleisch werden mit zu Knochen- oder Fleischmehl verarbeitet.

Der Hersteller muss dabei nur die Zusatzstoffe angeben, die er selbst dem Futtermittel hinzufügt. Sind diese bereits in den angelieferten Rohstoffen enthalten, bleiben sie dem Käufer verborgen. Dies kann besonders für diejenigen Hunde zum Problem werden, die auf bestimmte Zusatzstoffe mit Allergien reagieren. 

Dazu kommt, dass viele Fertigfutter mit Krankheitserregern und Schimmelpilzen kontaminiert sind, ganz vorne z. B. Salmonellen. Jedes Jahr werden zahlreiche bekannte Marken in Rückrufaktionen vom Markt geholt. Nur der Verbraucher bekommt das selten mit.

Da Vitamine in künstlicher Form dem Futter beigesetzt werden, kommt es oft zu bedenklichen Über- oder Unterdosierungen von Nährstoffen. Synthetische Vitamine werden vom Körper nicht ausreichend verwertet, denn der Körper kann diese Strukturen gar nicht erkennen und somit nicht adäquat verwerten. Aus diesem Grund werden sie häufig überdosiert.

Durch viele Knochenanteile und bindegewebsreichen Lebensmitteln mit zu hohen Phosphorgehalt und geringem Nährwert werden die Ausscheidungsorgane wie Leber und Nieren belastet.

Stellen wir uns einmal vor wir bereiten unseren Haustieren eine Mahlzeit aus genau diesen Lebensmitteln. Keiner der sein Tier liebt würde das tun!  Dazu kommt, dass der Hund und vor allem die Katze als Fleischfresser einen hohen Getreideanteil, wie sie viele Fertigfutter enthalten, einfach nicht verdauen können. Gerade die Katze als reiner Fleischfresser wird durch Trockenfutter krank. Verdauungsbedingte Erkrankungen wie chronische Darmentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Gastritis und v. a. nehmen massenhaft zu. Getreide sind heute die Ursachen für viele Erkrankungen bei Mensch und Tier, darunter auch die hohe Zunahme an Allergien. 70-80% der Nahrung beim Hund und 95 % bei der Katze sollten aus tierischen Eiweißquellen bestehen.

 

BARF als Fütterungskonzept ist nicht nur ein Bekenntnis zur Natur und zum eigenen Verantwortungsbewusstsein, es sollte auch ein fester Teil eines gesundheitlich-medizinischen Ansatzes sein, der auf die Ansprüche des Tieres eingeht und ihn in seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden unterstützt.

Aber nicht jeder Halter kann und will sein Tier rohernähren. In so einem Fall kann ich nur empfehlen, das Futter auf seine Zusammensetzung genau zu prüfen. Scheuen Sie sich nicht beim Hersteller nachzufragen. Ist dieser seriös, gibt er gerne Auskunft. Einige Futtermittelhersteller achten heute auch auf eine hochwertige, gesundheitsfördernde Verarbeitung. Natürlich vorausgesetzt das Tier ist gesund, kann dies sicher eine Alternative zur Rohernährung sein.

 

Gerne berate ich Sie diesbezüglich. 

 

Sabrina Lingrün

31.10.2017

 

Blasenentzündung bei Hund und Katze

 

Gerade in dieser Jahreszeit, wenn es draußen nachts und auch tagsüber wieder kälter und feuchter wird, nehmen Harnwegserkrankungen wie die Blasenentzündung auch bei unseren Haustieren zu. Wir bemerken dies durch häufigen Harndrang, bei dem oftmals nur kleine Mengen abgesetzt werden, Schlecken und Ausfluss an den Genitalien bis hin zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Müdigkeit, Inappetenz oder Fieber. Wichtig ist zuerst eine genaue Diagnostik durch den Tierarzt. Lassen Sie den Urin untersuchen, ob es sich tatsächlich um eine bakterielle Infektion handelt. Leider werden oftmals bereits einfache Blasenentzündungen mit Antibiotika behandelt. Dabei gibt es auch einige sehr gut wirksame pflanzliche Arzneimittel, die gerade eine beginnende Blasenentzündung zur Ausheilung bringen können. Denn leider entstehen gerade durch zu viele und oft zu schnelle Gaben von Antibiotika immer mehr Resistenzen. Daher sollte, wenn überhaupt, eine Antibiose immer nach der Erstellung eines Antibiogramms erfolgen. Hier werden verschiedene Antibiotika auf die jeweiligen gefundenen Keime getestet und das wirksamste ausgewählt. Dann kann man sich auch sicher sein, dass die Behandlung erfolgreich sein wird. Aber kommen wir zurück zur Naturheilkunde, denn die meisten Blasenentzündungen sind gar nicht bakterieller Natur. Wurden also keine Bakterien bei der Urinuntersuchung gefunden, kann eine naturheilkundliche Behandlung zum Einsatz kommen.

 

Mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Blasenentzündung ist das Trinken. Sie sollten Ihr Tier immer wieder dazu animieren, denn durch das vermehrte Trinken wird die Blase durchspült und Krankheitserreger werden sozusagen ausgespült. Um das Wasser etwas schmackhafter zu machen, mischen sie Brühe, Suppe, Leberwurst oder Sahne in den Trinknapf. Auch Tee aus harntreibenden Heilkräutern wird gerne genommen. Über das Futter kann zusätzlich Flüssigkeit verabreicht werden. Natürlich muss dem Tier ausreichend Gelegenheit gegeben werden, die Flüssigkeit wieder loszuwerden.

 

Wussten Sie, dass es Heilpflanzen gibt, die Antibiotisch wirken? Das in jeder Apotheke freiverkäufliche Angocin® hilft ausgezeichnet bei beginnenden bakteriellen Infektionen in der Blase und Lunge. Die pflanzlichen Wirkstoffe Meerrettich und Kapuzinerkresse sind stark antibiotisch wirkend. Zur Unterstützung der Nieren und Blase hilft außerdem die Heilpflanze Solidago, die Goldrute, ausgezeichnet. Sie arbeitet harntreibend auf die Nieren und entzündungshemmend auf die Blase. Die gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) blüht in gelber Pracht und ist auch in unserer Umgebung beheimatet. Eine Gabe in Tablettenform, als homöopathische Globuli oder als Tropfen in Form von Tinktur ist möglich. Sie ist eine der wichtigsten Nierenheilpflanzen, die es gibt. Ein Absud (Tee) aus getrocknetem Löwenzahn, Goldrute, Birke und Brennnessel mehrmals über den Tag verteilt oder ins Futter wirkt ebenfalls entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd und auch krampflösend.

 

Zur Stärkung des Immunsystems eignet sich wunderbar der Sonnenhut (Echinacea). Diese Pflanze wirkt immunstärkend bei wiederkehrenden Infekten, besonders auch der ableitenden Harnwege. Da sie zu der Gattung der Korbblütler gehört sollte sie in frischer oder getrockneter Form bei Allergien auf solche Gewächse nicht angewandt werden. Als homöopathisches Mittel ist dies durchaus möglich. Ein weiteres starkes natürliches Antibiotikum und Immunstimulanz ist das Bienenharz Propolis. Bienen überziehen das Innere der Wabenzellen mit einer feinen Propolis Schicht. Damit schützen Sie ihre Brut vor Bakterien, Pilzen und sonstigen schädlichen Keime.

 

Sollte die Blasenentzündung trotz aller Bemühungen innerhalb zwei bis drei Tagen nicht besser werden, ist eine erneute Vorstellung beim Tierarzt anzuraten. Ev. wird dann eine abiotische Behandlung doch notwendig, da aufsteigende Bakterien auch auf die Nieren übergreifen und somit eine Nierenbeckenentzündung auslösen können.

 

Kommen Sie gut durch den Herbst,

 

Ihre Sabrina Lingrün

01.10.2017

 

Gesunder oder kranker Darm?

Die physiologische Darmflora, auch Mikrobiom genannt, besteht aus zahlreichen Bakterien die mit ihrem Wirt in einer Symbiose zusammenleben. Bereits kurz nach der Geburt etabliert sich die gastrointestinale Bakterienwelt und bleibt für das restliche Leben vorhanden. Es sein denn…..

Gastrointestinale Erkrankungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, sind oft eine Folge der Lebenshaltung, welche die Entstehung von Erkrankungen begünstigt, wie z.B. übermäßige Medikamentengaben (vor allem Antibiotika), nicht artgerechte Ernährung (zu kohlenhydratreiche Futtermittel), hormonelle Erkrankungen, Stress und vieles mehr.

Das Immunsystem und somit die Abwehrzentrale des Körpers, befindet sich hauptsächlich im Darm. Fast 90% aller Immunzellen werden hier gebildet. Wird die Darmflora beispielsweise durch Medikamente oder andere Einflüsse gestört, hat das Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Es entsteht eine Dysbiose. Aus diesem Grund ist die Gesundheit des Darm-Mikrobioms so wichtig für die Gesundheit des Tieres.

Als Dysbiose bezeichnet man eine Verschiebung der physiologischen Darmbakterien zugunsten der pathogenen Bakterien in Dünn- und Dickdarm. In einem gesunden Darm gibt es viele unterschiedliche Bakterienarten, im Dickdarm mehr als im Dünndarm. Ein gesundes Zusammenwirken der verschiedenen Arten und die körpereigene Abwehr verhindert, dass sich schädliche Keime und Krankheitserreger ansiedeln können. Gleichzeitig produzieren die Bakterien einer gesunden Fauna auch Vitamine (z.B. Vitamin K). Bei einer Dysbakterie verschiebt sich die Zusammensetzung der Bakterien, das heißt, eine Art überwuchert die anderen. Folge davon sind z. B. Durchfälle, Blähungen, Bauchschmerzen.

Oft entstehen Dysbiosen durch Fütterungsfehler: zu viel oder zu wenig Faser- bzw. Ballaststoffe, zu viele Kohlenhydrate und stärkehaltige Lebensmittel, zu hohe Anteile an bindegewebsreichen Schlachtabfällen. Oder nach Antibiotika-Therapien. Antibiotika, aus dem griechischen heißt übersetzt „gegen das Leben“. Ein Antibiotikum unterscheidet nicht zwischen den physiologischen, gesunden Bakterien im Darm und den Krankheitserregern, die es bekämpfen soll. Es vernichtet sozusagen gute und schlechte Darmbakterien. Dies ist bei einer einmaligen Gabe sicher kein Problem, bei wiederholten oder dauerhaften Gaben sicher schon! Aber auch eine Immunstörung im Darm, chronischen Darmentzündungen wie IBD oder anderen chronischen Erkrankungen wie die exokrine Bauchspeichelinsuffizienz können zu einer Dysbakterie führen.

 

Warum ist eine Dysbiose so schädlich? Eine verschobene Darmflora führt auf Dauer ausgelöst durch die Fehlbesiedlung zu einer Darmentzündung. Ein entzündeter Darm kann die Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig resorbieren. Dies führt wiederrum zu einem Vitamin- und Nährstoffmangel. Durch die Überbesiedlung mit pathogenen Keimen, die Ammoniak und andere Toxine bilden, werden die Ausscheidungsorgane wie Leber und Nieren überlastet.

 

Eine Darmsanierung ist nicht nur die Gabe von Prä- oder Probiotika und sollte nur nach einer vorausgegangenen Darmflora Untersuchung durchgeführt werden. Eine individuelle Ernährungsberatung gehört ebenfalls dazu. Wichtig ist auch der Aufbau der geschädigten Darm-Schleimhaut und das Binden und Ausleiten von Toxinen. Dazu bietet sich neben speziellen Darmpräparaten begleitend vor allem eine homöopathische Darmnosoden Therapie an, eine Darmsanierung nach Dr. Edward Bach. Er sah einen Zusammenhang zwischen chronischen Krankheiten und den Darmbakterien. Als Pathologe und Bakteriologe erkannte er, dass bei chronisch kranken Menschen jeweils ein bestimmtes Bakterium, in seiner Anzahl stark erhöht war. Aus diesen Bakterien züchtete er Vakzine mit denen er die Patienten mit großem Erfolg behandelte. Diese Therapie lässt sich auch erfolgreich bei den Tieren anwenden.

 

Tatsache ist, dass sich in einem gesunden Körper nur schwer Krankheiten festsetzen können. Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Und die Voraussetzung für Gesundheit ist eine gesunde Darmflora.

Aus diesem Grund habe ich meinen Behandlungsschwerpunkt auf die Wiederherstellung eines gesunden, natürlichen Darmmilieus gelegt, wobei ich die von mir erlernten Behandlungsmethoden wie die Homöopathie, die Darmnosoden Therapie, die Kräuterheilkunde sowie die TCM zusätzlich nach Bedarf zum Einsatz bringe.

 

Gerne berate ich Sie bezüglich einer Behandlung.

 

Sabrina Lingrün

02.08.2017

 

 

Magen-Darmparasiten von Hund und Katze


„Wer Würmer hat ist nie allein.“ 


In meinem heutigen Blogeintrag erkunden wir die Welt der weit verbreiteten endogenen Parasiten, die Welt der Würmer und Einzeller. Fast jeder Hund und jede Katze macht mindestens einmal in seinem Leben Bekanntschaft mit einem Wurm.
Würmer oder Wurmeier können auf verschiedenen Wegen in den Organismus des Tieres gelangen. Sie werden oral über Futter, Schlecken an Kot, Fressen von Aas, Mäusen (Bandwürmer) oder Schnecken (Lungenwürmer) aufgenommen. Beim Beknabbern von Flöhen können diese abgeschluckt und somit zu einem Befall (Bandwürmer) führen. Außerdem werden Würmer auch vom Muttertier auf die ungeborenen Welpen oder während der Säugephase übertragen (meist Spul- und Hakenwürmer). Manche Wurmarten wie der Herzwurm werden von Mücken übertragen oder suchen sich ihren Weg in den Körper über die Haut (Hakenwürmer). 


Symptome, welche die betroffenen Tiere zeigen sind z. B. Abmagerung, allgemeine Schwäche, schlechtes Haarkleid, Blutarmut, Durchfall, Blut im Kot, Erbrechen, Husten und Hautreizungen. 


Ich stelle heute die gängigsten Würmer bei Hunde und Katzen vor.
Spulwürmer, sie zählen zu den sog. Rundwürmern (Nematoden). Diese kommen häufig bei Jungtieren vor und werden von der Mutter übertragen. Betroffene Welpen zeigen oft einen typischen Wurmbauch, die Würmer werden auch über den Kot ausgeschieden. Sie führen häufig zu Darmentzündungen. Die Larven kapseln sich außerdem in der Muskultur ab und können bei immungeschwächten Tieren auch nach Jahren wieder aktiv werden.
Auch Hakenwürmer (Anclystoma) gehören der Gattung der Rundwürmer an. Nach der Aufnahme wandern diese durch die Blutbahn, das Herz, die Lunge, den Magen in den Dünndarm und führen auch hier zu Entzündungen. 
Bandwürmer gehören zur Gattung der Plattwürmer. Die Aufnahme von Bandwürmern (Zestoden) erfolgt über einen Zwischenwirt. Das heißt, es gibt einen Zwischenwirt bei dem die Larve im Körper sitzt (z.B. der Floh, die Maus). Diese Zwischenwirte müssen vom Hauptwirt verzehrt werden, damit die Larven sich als Bandwurm im Darm des Hauptwirts ansiedeln können.
Lungenwürmer (Crenosoma) kommen durch die orale Aufnahme infizierter Schnecken in den Körper und wandern durch den Darm in die Blutgefäße bis in die Lungenarterien. Symptome sind Husten und Röcheln aber auch neurologische Krankheitszeichen sind möglich.


Zu den Parasiten, genauer gesagt Mikroparasiten, zählen auch die sogenannten Einzeller (Protozoen). Bekannte Vertreter sind z. B. die Giardien, ein häufiger Durchfallerreger bei Hund und Katze. Es gibt aber auch Trägertiere, die symptomlos infiziert sind, welche aber dennoch Erreger ausscheiden und eine Infektionsquelle darstellen. Erkennbar ist eine Erkrankung durch schleimige manchmal blutige Durchfälle. 
Kokzidien treten vor allem bei Welpen und Jungtieren auf. Infizierte Tiere zeigen dann dünnbreiigen, selten auch wässrig-blutigen Durchfall. Die Ansteckung erfolgt über die Umgebung und von Hund zu Hund.

Das Gegenstück der Katzenparasiten zu den oben genannten Einzellern ist der Tritrichomonas foetus. Dieser ist schon lange als Deckseuchenerreger beim Rind bekannt. 1996 wurde Tritrichomonas foetus erstmals im Kot von Katzen mit chronischen Durchfällen nachgewiesen. Meist sind junge Rassekatzen von unter einem Jahr aus Mehrkatzenhaushalten betroffen. Die Symptome sind chronische oder intermittierende Durchfälle über eine lange Dauer von 6-9 Monaten, z.T. aber auch mehrere Jahre. 

Die Toxoplasmose ist eine Erkrankung der Katzen und anderen Säugetieren und wird über Vögel oder Mäuse als Zwischenwirte übertragen. Die Infektion verläuft bei der Katze meist unauffällig, gelegentlich mit Durchfall. Die Ausscheidung mit dem Kot beginnt zwischen dem 3. und 24. Tag nach der Infektion und dauert 1-15 Tage. Eine erneute Ausscheidung ist unter Umständen bis zu einem Jahr nach der Infektion möglich. Der Kot der Katze wird nach 2-4 Tagen infektionsfähig. 

 

Viele Wurmarten stellen Zoonosen dar, d.h. sie sind vom Tier auf den Menschen übertragbar. Besonders gefährdet sind Kinder, da deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist und dadurch eine Infektion leichter stattfindet. Ein Problem sind z.B. Spulwurmeier, die z.T. jahrelang in Sandkasten von Spielplätzen infektiös bleiben können.


Zum Nachweis von Würmern und Einzellern sollte in regelmäßigen Abständen (i. d. R. alle drei Monate) eine parasitologische Untersuchung durchgeführt werden. Hierfür sollte von drei aufeinanderfolgenden Tagen Kot gesammelt und in ein Labor eingeschickt werden.


Entwurmungsmittel sollten nur am verwurmten Tier zum Einsatz kommen und gezielt auf den jeweiligen Parasiten verabreicht werden. Denn inzwischen gibt es aufgrund der oftmals häufigen Gaben bereits Resistenzen gegen diese Mittel. Chemische Entwurmungsmittel sind nicht frei von Nebenwirkungen, diese können von Bewegungsstörungen über Erbrechen bis zu allergischen Reaktionen reichen. Ein Tier vorbeugend zu entwurmen ist nicht möglich. Eine Entwurmung ist immer ein Ist-Zustand. Bereits einen Tag danach kann sich das Tier erneut infizieren. Daher ist ein sorgfältiger Umgang mit diesen Medikamenten wichtig. 


Naturheilkundlich lassen sich Parasiten sehr gut mit Kräutern wie z. B. Thymian, Wermut oder Knoblauch vertreiben. Auch Propolis wirkt sich positiv auf die Darmflora aus. Bei der Ernährung ist auf kohlenhydratfreies Futter und antiparasitäre Lebensmittel zu achten. Außerdem sollten vermehrt Faserstoffe gefüttert werden. Vorbeugend können Kürbiskerne, Kokosraspeln und geriebene Karotten die Darmflora vor Parasitenbefall schützen.  
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Tier wird niemals ganz ohne Parasiten sein. Parasiten stärken zu einem gewissen Grad die körpereigene Abwehr. In einem Darm der alle drei Monate durch Chemie „gesäubert“ wird, wird das Mikrobiom in Richtung einer Dysbalance in der Darmflora verschoben. Nicht nur Allergien nehmen zu; die Abwehr bekämpft irgendwann ihren größten vermeintlichen Gegner -sich selbst.


15.07.2017
Sabrina Lingrün

 

 

Hunde im Sommer

Gerade bei den aktuellen Temperaturen leiden auch unsere Vierbeiner unter der Hitze. Langhaar- oder nordische Rassen, ältere und übergewichtige Tiere oder sogenannten Kurznasen wie Bulldoggen und Möpse kommen mit solch hohen Temperaturen nicht gut zurecht. Hunde schwitzen nicht über die Haut wie wir Menschen, sondern über Schweißdrüsen an den Ballen. Sie kühlen sich über Hecheln ab. Für das Wohl des Tieres heißt es einige Punkte zu berücksichtigen und ggf. den Tagesrhythmus umzustellen.

Tägliche Spaziergänge:

Diese sollten in den heißen Sommertagen früh am Morgen bzw. spät am Abend stattfinden. Ich empfehle Feld- bzw. Waldwege aufzusuchen, da sich der Asphalt im Laufe des Tages auf bis zu 60 °C aufheizen kann, was zu Verbrennungen der Ballen führt. Körperliche Anstrengung wie Laufen am Fahrrad oder Ball- und Hetzspiele sollten tagsüber vermieden werden. Wenn Sie länger unterwegs sind, nehmen Sie immer Wasser und einen Trinknapf mit. Sollten Sie mit dem Auto unterwegs sein, lassen Sie Ihr Tier niemals im geschlossenen Auto warten. Auch nicht für einen kurzen Gang in den Supermarkt! Bei 30 °C Außentemperatur heizt sich das Auto nach nur 10 min auf 37°C, nach 30 min auf 46 °C und nach 60 min auf 56°C Innentemperatur auf! Dies führt im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres.

Im Garten oder am Strand:

Sollten Sie einen Sonnenanbieterhund haben, begrenzen Sie das ausgiebige Sonnenbad. Die Möglichkeit Schattenplätze aufzusuchen, sollte gegeben sein. Stellen Sie mehrere Trinknäpfe an unterschiedlichen Stellen auf. Vielleicht nimmt Ihr Tier die Möglichkeit eines Hundepools dankend an. Denken Sie daran auch am See für Sonnenschutz z. B. in Form eines Schirms zu achten. Was ist zu tun, wenn der Hund Anzeichen von Unwohlsein zeigt. Generell unterscheiden wir zwischen einem Hitzschlag und einem Sonnenstich. Oftmals werden die Begriffe Sonnenstich und Hitzschlag durcheinandergeworfen. Wie erkennt man nun worum es sich handelt? Der Hitzschlag wird ausgelöst durch körperliche Überanstrengung in heißer Umgebung. Dies kann aber auch in geschlossenen Räumen z. B. dem Auto passieren. Ein Hitzschlag ist wesentlich gefährlicher als ein Sonnenstich. Dabei kommt es nämlich zu einer Erhöhung der Körpertemperatur auf über 40 °C. Anzeichen für einen Hitzschlag sind oft Krämpfe und Bewusstseinsstörungen. Das Tier kann aber auch „nur“ völlig matt sein. Der Pulsschlag ist erhöht, die Haut ist heiß und trocken. Jedes Jahr werden Autos für Hunde zur tödlichen Falle. Ein Sonnenstich erleidet der Hund, wenn er zu viel Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken bekommen hat. Dabei kommt es zu einer Schwellung des Gehirns, was eine Entzündungsreaktion auslöst. Erbrechen und Apathie sind die Folge. Zeigt das Tier Symptome die auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hinweisen, sollten Sie es unbedingt sofort in den Schatten bringen. Reiben Sie den Kopf und Nacken mit feuchten Tücher ab, aber legen Sie diese nicht auf. Denn dies führt zu einem Hitzestau! Bitte werfen sie den Hund niemals ins Wasser. Hierbei droht ein Kreislaufkollaps! Das Tier sollte umgehend ärztliche Hilfe bekommen.

Am See und Meer:

Eine weitere Gefahr für das Tier stellen die sogenannten Blaualgen oder Cyanobakterien dar. Diese führen im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres. Die Bakterien bilden undurchsichtige Schlieren im Wasser, wolkenartige Gebilde oder einen grünlich bläulichen Algenteppich. Die tödlichen Organismen findet man vor allem in warmen, flachen Bereichen von Seen, Teichen, Bächen und großen Pfützen, die für lange Dauer Sonnenlicht ausgesetzt sind. Eine Vergiftung mit den Bakterien äußert sich in Schwäche, Orientierungslosigkeit, übermäßigem Speichelfluss und Lähmungen. Auch am Meer drohen Gefahren: das übermäßige Trinken von Salzwasser kann sehr schnell zu ernsthaften Magen-Darm Problemen führen. Salzwasser führt dazu, dass der Körper dehydriert, denn Salz entzieht dem Organismus Wasser.

Sabrina Lingrün

22.06.2017

 

Fütterung des Hundes bei chronischer Niereninsuffizienz

 

Die Ansicht, Hunde mit chronischer Niereninsuffizienz müssten proteinarm ernährt werden, ist weitreichend verbreitet. Dies geht sogar so weit, dass oftmals behauptet wird, zu viel Proteine könnten solche Erkrankungen sogar herbeiführen. Ist das so? Betrachten wir Proteine einmal näher:

 

Proteine (Eiweiße) sind Hauptbestandteile des tierischen und menschlichen Körpers.

Die Strukturproteine Aktin und Myosin sind für den Muskelaufbau verantwortlich. Kreatinin, das Gerüsteiweiß, ist wichtig für Haut, Haare und Krallen. Ebenfalls dienen Proteine als Transportmedium für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und sind Teil des Hormonstoffwechsels. Dies macht deutlich, welche wichtige Rolle Proteine im Organismus einnehmen. Proteine bestehen aus essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren. Die nicht-essentiellen Aminosäuren können vom Körper selbst gebildet werden, wohingegen die essentiellen Aminosäuren dem Körper über die Nahrung zugeführt werden müssen.

 

Nun wissen wir, dass Tiere Eiweiß durch ihr Fressen aufnehmen, aber in welchen Lebensmitteln sind eigentlich Proteine enthalten? Und gibt es gute und schlechte Proteine?

 

Tierische Eiweiße, die den höchsten Gehalt an essentiellen Aminosäuren aufweisen, sind u. a. in Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern. Auch pflanzliche Eiweiße enthalten zum Teil essentielle Aminosäuren, diese sind z. B. in Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Linsen oder in verschiedenen Gemüsesorten enthalten. Nun zählen Hülsenfrüchte und Gemüse nicht unbedingt zu den Hauptbestandteilen in der Hundeernährung. Außerdem können pflanzliche Eiweiße von Tieren weniger gut verstoffwechselt werden.

 

Was heißt das nun im Falle einer Niereninsuffizienz?

 

Einen Nierenkranken Hund zu ernähren, heißt die Symptome der Chronischen Niereninsuffizienz im Auge zu behalten und die Ernährung den Symptomen entsprechend anzupassen. Diese sind vermehrter Urinabsatz und Trinken (Polyurie und Polydipsie), Appetitmangel, Gewichtsverlust, Lethargie, Erbrechen, Durchfall, im Spätstadium auch Blutarmut (Anämie). Werden die Symptome zunehmend mehr, macht es durchaus Sinn proteinreduzierter zu füttern um die erhöhten Nierenwerte im Blut wie Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin zu senken. Das Fortschreiten der Krankheit wird sich dadurch allerdings nicht aufhalten lassen. Geschädigte Nieren lassen sich nicht wieder heilen.

Aber wird zu proteinreduziert gefüttert, droht dem Körper ein Proteinmangel mit allen oben beschriebenen Folgen. Es kommt zum Muskelabbau. Durch die Reduzierung von Eiweiß wird der Organismus körpereigenes Eiweiß verstoffwechseln um die Unterversorgung zu kompensieren. Dazu kommt, dass die Akzeptanz der Tiere für proteinreduzierte Diäten nicht sehr hoch ist. Durch die ständige Übelkeit leiden sie bereits an einem Appetitverlust, ein unattraktives Futter wird dies nicht ins Positive verändern.

Die Fütterung eines nierenkranken Tieres muss deshalb individuell angepasst werden. Das Tier sollte ausreichend aber nicht übermäßig viel Eiweiß bekommen. Auch die Auswahl der Proteine ist sehr wichtig. Vergleicht man bei der Berechnung des Eiweißgehaltes eine BARF Ration mit einer Fertigfutter Ration, so stellt man fest, dass Fertigfutter sogar mehr Proteine enthält, da es sich hierbei oft um minderwertige Proteine wie Tiermehle oder Getreidekleber handelt die auch noch schlechter verdaulich sind als Eiweiße mit hoher biologischer Wertigkeit. Eine hohe Eiweißqualität weisen Fleisch, Milchprodukte und gekochte Eier aus. Dabei sollte auch beachtet werden, dass mageres Fleisch mehr Protein aufweist als fettes Fleisch. Diese Nahrungsmittel kombiniert mit Kartoffeln und Gemüse, wobei der Anteil tierischer Erzeugnisse 70 % der Ration darstellen sollte, ergänzt mit einem hochwertigen Omega 3 Lachsöl ist auf jeden Fall die bessere Variante. Auf schwerverdauliche und phosphorreiche Lebensmittel wie Knochen sowie schwefelhaltige Lebensmittel wie Fische und Eigelb sollte ebenfalls verzichtet werden. Diese müssen dann allerdings substituiert werden. Bei schlechtem Appetit ist es sinnvoll mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu füttern. Außerdem sollte das Tier immer wieder zum Trinken animiert werden.

 

Sabrina Lingrün

05.06.2017

 

Vestibularsysndrom

 

Viele bezeichnen es als den Schlaganfall von Hund oder Katze, da die sichtbaren Symptome sich ähneln. Medizinisch gesehen sind es aber zwei unterschiedliche Erkrankungen. Beim Schlaganfall (Mensch) handelt es sich um einen Infarkt des Gehirns also einer schlagartig auftretenden Durchblutungsstörung mit anschließendem Absterben von Hirnzellen. Beim sogenannten Vestibularsysndrom handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichtsorgans (Vestibularorgans). Dabei ist die Orientierung im dreidimensionalen Raum gestört. In der Regel betroffen sind meist ältere Hunde und Katzen mittleren Alters. Die Ursache ist idiopathisch, ohne bekannte Ursache. Es handelt sich also um eine plötzliche, unerklärliche Störung des Vestibularapparats, dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr.

 

Dieses ist zuständig für das Aufrechthalten des Kopfes, der räumlichen Orientierung und dem Bewusstsein von Bewegung und Ruhe. Aus diesem Grund kommt es beim Vestibularsysndrom in erster Linie zu Gleichgewichtsstörungen und Kopfschiefhaltung. Die Tiere beginnen zu schwanken, können sich nicht mehr auf den Beinen halten oder fallen um. Der Kopf wird oft in Richtung der Störung gehalten, wo er auch für länger verbleiben kann. Ebenfalls zu beobachten ist ein rhythmisches Zucken der Augäpfel von einer Seite zur anderen. Erbrechen und Speicheln ist aufgrund des Schwindelgefühls ebenfalls möglich. Da dies wie gesagt plötzlich auftritt, sind die Halter zuerst meist ziemlich erschrocken. Ist das Tier schon älter kann man die Symptome schon in Richtung Vestibularsysndrom deuten. Eine gesicherte Tierärztliche Diagnose ist auf jeden Fall zu stellen um Differentialursachen auszuschließen.

 

Die meisten Symptome klingen in der Regel nach zwei Wochen wieder ab, dennoch kann es vorkommen, dass eine leichte Kopfschiefhaltung zurückbleibt. Tierärztlich werden Infusionstherapien, Antiemetika, also Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie B Vitamine verordnet.

Als Tierhalter sollte man den Tieren viel Ruhe gönnen und unnötigen Stress vermeiden. Um Verletzungen durch den Schwindel zu minimieren, sollten Schlafplätze ebenerdig und rutschfeste Bodenbelege ausgelegt werden. Da die Tiere oft aufgrund der Übelkeit das Futter verweigern, kann versucht werden mit der Hand zu füttern und Wasser durch Spritzen ins Maul vorsichtig zuzuführen. Homöopathisch kann hier sehr gut unterstützend geholfen werden. Tees helfen gut gegen die Übelkeit. Durch Physiotherapie ist das Problem der Schiefhaltung häufig wieder zu korrigieren.

 

26.02.2017

Sabrina Lingrün

 

Ileus – die unerkannte Lebensgefahr

Unter einem Ileus bezeichnet man eine Behinderung der Darmpassage die bis zum vollständigen Verschluss des Darms führen kann. Dies kann akut und plötzlich z. B. durch einen Fremdkörper oder chronisch z. B. durch Zubildungen sowie vollständig wie auch teilweise auftreten. Medizinisch wird dabei zwischen einem mechanischen oder Obstruktionsileus und einem funktionellen Ileus unterschieden.

Mechanischer oder Obstruktionsileus

Dies beschreibt das Steckenbleiben über den Mund aufgenommener Fremdkörper im Dünndarm. Häufige Fremdkörper sind z. B. Spielzeug (z. B. aus Gummi), Steine, Stoffteile (Fäden von Stofffetzen), Obstkerne, Kastanien o. a.

Aber auch Neoplasien (Neubildungen von Körpergeweben), Verklebungen, Vernarbungen, Darmverschlingungen oder die Einstülpung von Darmabschnitten können die Ursache für einen teilweisen oder vollständigen Darmverschluss sein.

Bei der Ausscheidung sind meist keine oder nur geringe Störungen festzustellen, es kann zu vorübergehendem Festsitzen mit Lösen und Ausscheidung von Kot nach einigen Tagen kommen. Die Tiere verlieren den Appetit, erst stellt sich gelegentliches Erbrechen ein, später wird eingegebene Flüssigkeit oder Futter sofort schwallartig erbrochen. Sogenannte Antiemetika, Mittel die Übelkeit und Brechreiz unterdrücken, sind unwirksam. Aufgrund der fortschreitenden Entzündung kommt es zu einem Anstieg der Körpertemperatur. Im Blut ist der CRP Wert erhöht (C-reaktives Protein, ein Eiweiß, das bei Entzündungen im Körper vermehrt im Blut vorhanden ist), Elektrolytveränderungen werden sichtbar und der Flüssigkeitsverlust führt zu einem Hämatokrit Anstieg.

 

Funktioneller oder Adynamischer Ileus

 

Die sog. Darmlähmung kann durch Darmentzündungen, Trauma, Blutungen nach Operationen aber auch durch metabolische Störungen (Stoffwechselstörungen) entstehen. Ebenso als Folge eines Fremdkörpers, der Strangulation von Darmteilen, medikamentös oder toxisch ausgelöst. Der Darm wird paralytisch, also gelähmt.

Bei der Diagnosefindung können Röntgenbilder mit einer Gabe von Kontrastmittel und Ultraschall hilfreich sein, doch in der Regel besteht keine Zeit für eine ausführliche Diagnostik. Denn jede Stunde die vergeht bringt den Darm weiter zum Absterben. Besteht ein Verdacht auf Ileus muss eine sog. Laparotomie, eine Eröffnung des Bauches zur Sichtkontrolle, erfolgen. Es ist besser einen Patienten einmal Zuviel geöffnet zu haben als einmal Zuwenig. Bestätigt sich dabei der Verdacht wird lebensrettend operiert.

 

Abwarten oder Unterlassen der Laparotomie könnte als Kunstfehler betrachtet werden. Nach etwa 6 – 8 Stunden wird die Darmschleimhaut nekrotisch, d.h., sie stirbt ab. Dabei gelangen Darmbakterien in die Bauchhöhle und produzieren Toxine (Giftstoffe), die über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen. Es kommt zu einer Blutvergiftung, zuerst mit erhöhter Herzfrequenz, dann fällt der Blutdruck plötzlich ab und es kommt zu einem Kreislaufversagen, was dann zum Tod führt.

 

07.02.2017

Sabrina Lingrün

 

Futtermittelallergie

 

Die Futtermittelallergie ist mit der Kontaktallergie (Atopische Dermatitis) und der Flohspeichelallergie die häufigste Allergie bei Hunden. Dabei reagiert das Immunsystem auf mindestens einen oder mehrere Komponenten im Futter. Die Abwehrzellen produzieren die sogenannten IgE Antikörper. Diese sitzen auf den Zellmembranen von Mastzellen, deren Aufgabe es ist, Infektionen und Parasiten abzuwehren. 

Eine Allergie ist generell eine Überreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Dabei unterscheidet man in der Art der Aufnahme des Allergens. In diesem Fall spricht man von einem Ingestionsallergen, d. h. die Aufnahme erfolgt über den Mund und Verdauungstrakt. 

Warum reagiert nun ein Tier auf bestimmte Nahrungsmittel? Zum einen liegt sehr oft eine Genetische Prädisposition vor, die erblich bedingte Anlage für die Empfänglichkeit eine Allergie auszubilden wird in der DNA des Erbguts von den Elterntieren auf die Welpen übertragen. Das heißt zeigen die Elterntiere bereits Allergieanzeichen, vergrößert sich die Gefahr, dass die Welpen später auch eine oder mehrere Allergien ausprägen.

Zum Anderen kann es auch an der Art der Fütterung liegen. Werden Futtermittel mit vielen verschiedenen Inhaltsstoffen und synthetischen Zusatzstoffen bereits im Welpenalter gefüttert, kann dies dazu führen, dass sich die orale Toleranz nicht ausbildet. Die orale Toleranz beschreibt den Vorgang, bei dem der Magen-Darm-Trakt eines Welpen lernt, die Nahrung als Nährstoffe zu erkennen, um keine allergischen Reaktionen darauf auszubilden. Hier unterscheidet das Immunsystem ob es sich bei den aufgenommenen Fremdstoffen um potientiell gefährliche (Erreger) oder ungefährliche (Nährstoffe) Stoffe handelt. Dabei erhält das Immunsystem Hilfe durch Botenstoffe, welche darüber informieren, die gelösten Nährstoffe nicht anzugreifen. Wird nun ein Welpe mit Fertigfutter ernährt, nimmt er zwischen 20 und 50 verschiedene Nährstoffe zu sich, ist es sehr wahrscheinlich, dass er die orale Toleranz nicht gegen alle Nährstoffe ausprägt.

Dazu kommt noch, dass Hunde oft gegen Getreide im Futter reagieren. Ein Welpe produziert erst ab der 16. Woche Amylase, ein Enzym welches zur Spaltung von Kohlenhydraten notwendig ist. Das heißt er kann vorher die Nahrung nicht richtig aufspalten, somit geraten unverdaute Nahrungsstücke in den Darmtrakt. Diese werden nicht ausreichend resorbiert und können dadurch eine verstärkte Immunreaktion auslösen.

Neben den genetischen Prädispositionen gibt es auch die Rasseprädispositionen. Verstärkt treten Futtermittelallergien bei folgenden Rassen auf: West Highland White Terrier, Boxer, Dackel, Retriever, Cocker Spaniel, Sha Pei, Pudel, Deutscher Schäferhund und Pointer. 

Betroffen sind Tiere aller Altersgruppen. Die Symptome zeigen sich in starkem Juckreiz, dieser kann generalisiert oder lokal auftreten. Häufig an Kopf, Ohren, Achselhöhlen, Leistengegend und Zehenzwischenräumen. Manchmal sieht man auch "nur" gerötete, entzündete Ohren. 

Wie kann man nun herausfinden, worauf der Hund reagiert? Zuerst müssen mögliche Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen durch Ausschlussverfahren ausgeschlossen werden. Die Futtermittelallergie kann nicht durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Die einzige Methode sie eindeutig nachzuweisen, ist das Durchführen einer Eliminationsdiät. Ihr Hund erhält für mindestens 8 bis 12 Wochen Futter, das er vorher noch nie bekommen hat. Dabei beschränkt man sich auf eine Eiweiß- und eine Kohlenhydratequelle. In dieser Zeit dürfen keinerlei andere Nahrungsmittel gefüttert werden, auch keine Leckerlis. Nach der eingehaltenen Zeit beginnt man mit der sogenannten Provokationsdiät. Es werden nach und nach wieder die alten Futtermittel gegeben. Fängt der Juckreiz wieder an, ist der auslösende Stoff gefunden.

Für diese Methode eignen sich keine Standardfutter, da eine Allergie immer individuell ist. Der Hund kann gegen jeden einzelnen Zusatz allergisch reagieren. Nach der Eliminations- und Provokationsdiät werden nur noch die geeigneten Nahrungsmittel gefüttert. Unterstützend sollten man essentielle Fettsäuren wie Omega 3 und Omega 6 geben.

Des Weiteren gibt es viele alternative Behandlungsmöglichkeiten bei einer Allergie. Gerne berate ich Sie hierbei.

 

Sabrina Lingrün

24.11.2016

 

Ernährung von Hunde und Katzen Senioren

 

Ein älteres Tier hat nicht mehr viel Bewegung. Meist schmerzen die Gelenke, es haben sich bereits Arthrosen entwickelt. Durch weniger Energieverbrauch der Organe, weniger Bewegung und längere Ruhephasen sammeln sich so sehr schnell unnötige Kilos an. Jetzt ist es wichtig die Kalorienzufuhr zu senken und Übergewicht zu vermeiden.

 

Denn Übergewicht hat auch beim Hund/Katze schwere gesundheitliche Folgen. Die Gelenke werden stark belastet, das Herz-Kreislauf-System muss mehr arbeiten und das Risiko an Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion zu erkranken steigt. Ein alter Hund hat etwa 75 % des Energiebedarfs eines erwachsenen Hundes. Bekommt ein altes Tier nun weniger Futter, damit es nicht unnötig zunimmt, stimmt oft der Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen nicht mehr. So kann das Tier schnell in einen Mangel geraten.

 

Um Muskelabbau vorzubeugen, sollten die Eiweiße (Proteine) im Futter besonders hochwertig sein. Dadurch werden auch die Nieren geschont. Bei der Fütterung von minderwertigen Proteinen z. B. aus bindegewebsreichen Schlachtabfällen oder aus pflanzlichen Quellen werden sie stärker belastet. Besteht bereits eine Nierenunterfunktion (Insuffizienz), wird oft zu einer Reduzierung von Eiweiß im Futter geraten. Aber eine besonders Eiweiß reduzierte Diät hilft älteren Hunden gar nicht, im Gegenteil - sie bauen mehr Muskeln ab. Denn die im Fleisch enthaltenen Aminosäuren sind wichtig um Muskeln zu bilden und zu erhalten. Und der Nierenproblematik hilft ein Verzicht auf hochwertige Eiweiße und eine Kohlenhydratreiche Fütterung schon gar nicht.

 

Da die Verdauung mit dem Alter träger und langsamer wird, sollte die gesamte Tagesfuttermenge auf zwei bis drei Portionen verteilt werden. Dadurch wird auch der Kreislauf weniger belastet, da ein sehr gefüllter Magen auf die Lunge und das Herz drückt.

 

Ältere Hunde und Katzen sollten ausreichend trinken. Um die Wasseraufnahme eines alten Tieres zu erhöhen, kann der Futtermenge bereits etwas Flüssigkeit dazugegeben werden. Dies kann einfach nur Wasser oder auch Fleischbrühe sein. Denn auch die Geschmacksnerven nehmen mit dem Alter ab, so dass der Appetit mit einer leichten Würzeinlage angeregt werden kann.

 

Wenn das Tier rohernährt, also gebarft wird, ist es auch sinnvoll die Nahrung entsprechend anzupassen. So gibt man z. B. statt schwerverdaulicher Knochen, die sehr lange im Bauch liegen, als Calcium Quelle lieber Calciumcitrat oder Eierschalenpulver. Nahrungsmittelzusätze wie extra Vitamine oder organotrope Kräuter z. B. Brennesselsamen zur Unterstützung der Organfunktionen sind sehr zu empfehlen. Faserstoffe in Form von Gemüse oder Obst erleichtern den Stuhlgang.

 

Das Futter für einen alten Hund/Katze sollte hochwertig sein. Hauptsächlich sollte es aus Fleisch bestehen, denn Hunde und Katzen sind Fleischfresser. Vitamine und Mineralien sollten aus natürlichen Quellen wie z. B. Kräutern und Algen stammen, denn so werden sie am besten aufgenommen. Ein Übermaß an Vitaminen und Mineralstoffen ist ebenso schädlich wie ein Mangel daran. Manche Heilkräuter können Ihrem Tier helfen, den Zellstoffwechsel zu verbessern. Eine zusätzliche Gabe von Vitamin E als Antioxidans schützt die Zellen vor freien Radikalen und somit vor einer Entartung der Zellen. Hochwertige Omega 3 Öle wirken entzündungshemmend, z. B. bei Gelenksentzündungen.

 

Ein auf das Alter angepasstes Bewegungsprogramm schont Gelenke und das Herz.

 

Fazit: Die Ernährung eines Seniors sollte seinem Alter entsprechend angepasst werden. Die Nahrungsmittel sollten überlegt gegeben werden. Ein altes Tier vernünftig zu ernähren ist genauso wichtig, wie einen Welpen richtig zu ernähren. Gerne berate ich Sie über eine gesunde, artgerechte Fütterung.

 

Sabrina Lingrün

27.09.2016

 

Impfungen – bei diesem Thema streiten sich die Gemüter

 

Viele Tierhalter fragen sich, ob sie Ihre Tiere wirklich jedes Jahr impfen lassen sollen. Was spricht dafür und was dagegen? Welche Impfungen machen Sinn und welche kann man getrost wann ignorieren? Fangen wir doch erst einmal grundsätzlich mit dem Immunsystem an:

 

Die körpereigene Abwehr besteht aus der angeborenen, unspezifischen Abwehr und der erworbenen, spezifischen Abwehr. Die angeborene Abwehr ist nicht sehr zielgerichtet, handelt dafür sehr schnell. Man vergleicht sie auch mit dem „Schrotschussprinzip“. Das heißt sogenannte Fresszellen binden sich an Krankheitserreger und sorgen dafür, dass diese erst einmal unschädlich gemacht werden.

 

Die erworbene Abwehr beginnt nach der Geburt, ist zielgerichtet und benötigt etwas Anlaufzeit. Diese nennt man „Scharfschützenprinzip“. Teile dieser Abwehr sind die sog. B- (B= bones, werden im Knochenmark gebildet) und T-Lymphozyten (werden im Thymus gebildet).

Durch eine Impfung kommt es zu einer kontrollierten Auslösung einer Infektion. Dadurch werden die Immunzellen vermehrt und aktiviert. T-Zellen wehren die Erreger ab und B-Zellen produzieren Antikörper. Das Immunsystem bildet sog. Gedächtniszellen. Diese führen zu einer lebenslangen Immunität gegen den eingedrungenen Erreger.

 

Man unterscheidet zwischen Lebend- (auf Kulturen gezüchteten, lebenden Erregern z. B. Viren, Bakterien) und Totimpfstoffen (aus chemisch abgetöteten Erregern oder Erregerteilchen von Viren, Bakterien, Pilzen und Hilfs- bzw. Konservierungsstoffen). Lebendimpfstoffe sind so abgeschwächt, dass sie sich noch vermehren, aber die Krankheit nicht mehr auslösen können. Beispiele dafür sind die Staupe, Parvovirose, Hepatitis, Katzenschnupfen, Katzenseuche und das feline Herpesvirus. Totimpfstoffe können sich weder vermehren noch die Krankheit auslösen. Daher benötigen Sie die sog. Adjuvantien (Impfverstärker). Beispiele dafür sind die Tollwut, Leptospirose, Influenza und Borreliose.

Impfstoffe enthalten zahlreiche Zusatzstoffen. Diese dienen zum einen der Konservierung des Stoffes, zum anderen der Verstärkung der Impfreaktion.

 

Leider sind diese Beigaben nicht Nebenwirkungsfrei. Folgende „Mittel“ kommen zum Einsatz:

 

  • Konservierungsmittel wie Thiomersal (= organische toxische Quecksilberverbindung, besteht zu 49,6 % aus Ethylquecksilber, wirkt stark allergen, erbgutschädigend, verursacht Hirn- und Nervenschäden),
  • Immunverstärker wie Aluminumhydroxid oder andere Aluminiumsalze (können Nervenzellen schädigen vor allem Hirnzellen, fördern die Bildung von Impfsarkomen),
  • seifenähnliche Moleküle sog. Saponine als Trägersubstanz (wirken blutauflösend, zerstören die roten Blutkörperchen),
  • Formaldehyd-Lösungen Formalin und Antibiotika zur Abtötung von Krankheitserregern (können Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zu Krebs auslösen).
  • Fremdproteine als Zellkulturen (auf Wirtsgewebe anderer Tierarten wie Affen, Hühner, Kälbern gezüchtete Erreger, können allergische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen).

 

Die StIKoVet „Ständige  Impfkommission der Veterinärmedizin“ empfiehlt bei Hunden eine Grundimmunisierung nach dem folgenden Schema:

  • 8. Lebenswoche: Hepatitis , Leptospirose, Parvovirose , Staupe
  • 12. Lebenswoche: Hepatitis , Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 16. Lebenswoche: Hepatitis , Parvovirose, Staupe, Tollwut
  • 15. Lebensmonat: Hepatitis , Leptospirose, Parvovirose, Staupe, Tollwut

Abgeschlossen wird die Grundimmunisierung mit einer letzten Impfung im Alter von 15 Monaten.

 

Bei vielen Impfungen besteht mit einer abgeschlossenen Grundimmunisierung ein lebenslanger Schutz vor einer Erkrankung. In Deutschland gibt es weder für Mensch noch für Tier eine Impfpflicht. Dennoch ist es unumgänglich z. B. bei Reisen ins Ausland oder Besuch von Hundeschulen oder Hundeausstellungen zumindest die Tollwut Impfung durchführen zu lassen. Die Pharmaindustrie hat mittlerweile auf die zunehmende Anzahl der Impfgegner reagiert und die Impfempfehlungen ausgeweitet. So ist heute z. B. die Tollwut nicht mehr jährlich, sondern 3-jährig wirksam.

 

Impfungen können zu heftigen Reaktionen (Nebenwirkungen) führen. Diese können nach Stunden bis Tagen (z. B. anaphylaktischer Schock, Ödeme) aber auch erst nach Wochen bis Monaten (z. B. Lähmungen, Hirnhautentzündung) auftreten und werden gerade dann nicht mehr in den Zusammenhang mit der zurückliegenden Impfung gebracht. Auch verhindern manche Impfungen nicht, dass das Tier an der Krankheit erkrankt, sie schwächen lediglich die Symptome (z. B. Babesiose). Andere Impfungen wirken nur gegen wenige Bakterien, die Krankheit kann aber zahlreiche Bakterienstämme aufweisen (z. B. Leptospirose). Impfungen können sogar bei manchen Tieren kontraindiziert sein. Bei sehr geschwächten, alten oder chronisch kranken Tieren können diese mehr schaden als helfen.

 

Daher empfehle ich, sich kritisch mit Impfungen auseinander zu setzen und dabei folgendes zu bedenken:

  • Viele Impfstoffe sind nicht mehr zeitgemäß, da Viren mutieren und neue Stämme bilden, gegen die die vorhandenen Impfstoffe nicht mehr wirken.
  • Je mehr Impfstoffe auf einmal gegeben werden (6-fach Imfpung!), desto höher ist das Risiko von Impfnebenwirkungen.
  • In Deutschland existieren keine Pflichtimpfungen! Weder für Mensch noch für Tier!
  • Impfungen halten bei ausreichender Grundimmunisierung deutlich länger als ein Jahr - viele Lebenslang
  • Katzen sollten adjuvansfreie Impfstoffe (z. B. Purevax-Linie) und nur Impfstoffe enthalten, die sie wirklich brauchen.
  • Mehrfachimpfungen erhöhen die Gefahr von Impfreaktionen. Fragen Sie bei verschiedenen Ärzten nach Einzelimpfstoffen bzw. adjuvansfreien Impfstoffen!

Wurde nun ein Tier geimpft ist es wichtig die Schwermetalle so schnell wie möglich aus dem Körper auszuleiten. Dies sollte nicht nur aus dem Lösen der Giftstoffe, sondern auch aus dem Ausleiten dieser bestehen. Ebenfalls sollte das Immunsystem gestärkt werden, welches sich zu 80 %

im Darm befindet. Gerade dann sollte auf eine gute, artgerechte Ernährung und auf den Aufbau einer gesunden Darmflora geachtet werden.

Wenn Sie Fragen zu der ein oder anderen Impfung oder Ernährung haben, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite.

 

Sabrina Lingrün

08.08.2016

 

Zusätzliche Vitamine für Hunde – notwendig oder überflüssig?

Vitamine sind lebenswichtige Nährstoffe, die der Organismus in nicht ausreichender Menge oder gar nicht herstellen kann. Sie sind u. a. notwendig für das Wachstum, die Energiegewinnung, die Entgiftung und Sinneswahrnehmungen. Deshalb müssen Vitamine im Futter ausreichend enthalten sein. Fehlen sie, kommt es zu Stoffwechselstörungen, Mangelerscheinungen und Krankheiten.

Vitamine sind bei vielen Stoffwechselprozessen die KatalysatorenSie ermöglichen also chemische Reaktionen, sind aber nicht selbst beteiligt. Da Vitamine also nicht verbraucht werden, so wie andere Nährstoffe, benötigt der Hund nur geringe Mengen in der täglichen Nahrung. Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Fettlösliche Vitamine können gespeichert werden (z. B. in der Leber), wasserlösliche Vitamine werden über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Die fettlöslichen Vitamine:

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für die Haut, Schleimhaut und Netzhaut. Eine Unterversorgung mit Vitamin A führt zu erhöhter Infektanfälligkeit. Bei einem Mangel kommt es zu Wachstumsstörungen, Sehstörungen und Störungen des Immunsystems. Eine Überversorgung mit Vitamin A führt ebenfalls zu Erkrankungen, z.B. zu Skelettstörungen und Verwachsungen der Rückenwirbel. Vitamin A ist in hohen Mengen in Leber, Milch, Fischöl und Eigelb enthalten. Es ist ein fettlösliches Vitamin, das heißt der Körper speichert es in der Leber. Zu hohe Gaben an Vitamin A können schädlich sein. Z. B. eine dauerhafte Fütterung nur mit Leber (Katzen) wirkt sich ungünstig aus. Der Vorläufer des Vitamin A ist Beta Carotin, z.B. in Möhren, farbigen Früchten und Gemüsen. Hunde können Beta Carotin (Provitamin A) in Vitamin A umwandeln. Katzen sind dazu nicht in der Lage, ihnen fehlt ein Enzymsystem. 

Vitamin D

Vitamin D ist für eine große Anzahl von Stoffwechselvorgängen wichtig. In Haut, Leber und Nieren muss es zuerst in eine verwertbare Form, das Calcitriol umgewandelt werden, um als Prohormon wirken zu können. Es beeinflusst den Kalzium- und Phosphorhaushalt und stellt eine ausreichende Aufnahme von Kalzium und dessen Speicherung in den Knochen und Zähnen sicher, das heißt es wird zur Knochenbildung genötigt. Trächtigkeit und Wachstum erhöhen den Calcium- und Phosphor-Bedarf eines Hundes. Die Aufnahme von Kalzium aus dem Futter ist von genügend Vitamin D abhängig. Ist im Futter zu wenig Calcium enthalten, kann durch eine höhere Vitamin D Gabe die Calcium-Aufnahme verbessert werden. Eine Überversorgung mit Vitamin D führt zu Verkalkungen von Blutgefäßen und Geweben wie Lunge, Leber oder Niere. Bei wachsenden Hunden kommt es zudem zu Missbildungen von Kiefern und Zähnen. Zuviel Vitamin D kann bei trächtigen Hündinnen zu schweren Schäden bei den ungeborenen Welpen führen. Eine Unterversorgung mit Vitamin D führt zu Rachitis (Erkrankung des wachsenden Knochens mit gestörter Mineralisation der Knochen). Vitamin D findet sich z. B. in Lebertran, Thunfisch, Brennnesseln, Löwenzahn und Alfalfa.

Vitamin E

Vitamin E hat eine antioxidative, schützende Wirkung und verhindert auch, dass Fette verderben. Es sollte Omega 3 Öl immer zugeführt werden. Wichtig ist dieses Vitamin für Nerven, Zellschutz, Gelenke und Haut. Hunde vertragen Vitamin E sehr gut – eine gelegentliche Überdosierung schadet ihnen anscheinend nicht. Licht ist der größte Feind dieses Vitamins. Beim starken Erhitzen bleibt nur die Hälfte des Vitamingehaltes übrig. Deshalb, und weil es eben Fette vor dem Ranzig werden schützt, wird das Vitamin industriellen Trockenfuttern in großen Mengen zugegeben. Vitamin E und das Spurenelement Selen arbeiten zusammen, um den Körper vor freien Radikalen zu schützen. Vitamin E und Selen bekämpfen die freien Radikale. Heute ist der Vitamin-E-Mangel beim Hund sehr selten. Dabei treten Wachstums- und Bewegungsstörungen infolge degenerativer Veränderungen der Skelett-, aber auch Herzmuskulatur auf. Hohe Gehalte an Vitamin E findet man in Nüssen, Ölen, Samen und grünen Blattgemüsen.

Vitamin K

Vitamin K dient der Regulation der Blutgerinnung und spielt eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Ein Mangel verzögert die Blutgerinnung, in schweren Fällen treten Blutungen auf. (Rattengift auf Cumarin-Basis und der Gerinnungshemmer Macumar zerstören Vitamin K). Vitamin K kann der Hund im Darm bilden. Hunde sind also nicht auf die Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Vitamin K ist auch in Brokkoli, Leber und Meeresalgen enthalten. Ein Mangel an Vitamin K kann nach einer Antibiotika- oder Sulfonamid-Behandlung auftreten. (Hunde mit IBD erhalten oft Sulfasalazin, ein Proto-Sulfonamid, das die Darmflora verändert.) Behandlungen mit Antibiotika schädigen die Darmflora, die für die Bildung von Vitamin K zuständig ist.

Die wasserlöslichen Vitamine:

Grundsätzlich gilt, dass der Körper die wasserlöslichen Vitamine nicht speichern kann, im Gegensatz zu den fettlöslichen. Wasserlösliche Vitamine werden bei Überdosierung ausgeschieden. Das bedeutet aber nicht, dass man davon seinem Hund Übermengen geben kann: ein Übermaß an Vitamin C führt z.B. zu Durchfall.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B spielt eine zentrale Rolle beim Ablauf des Zuckerstoffwechsels. Auch für das Nervensystem ist es besonders wichtig. Junghunde und Zuchttiere brauchen mehr Thiamin als ausgewachsene Hunde. Der Thiaminbedarf steigt mit der körperlichen Leistung. Mangel an Vitamin B1 führen zu Lethargie, Müdigkeit, Nervenschäden. Chronische Mangelsituationen zeigen sich gerne durch Störungen des Nervensystems: dazu gehören Erbrechen, Krämpfe, Muskelschwäche oder auch Kreislaufstörungen. Typische Folgen sind gestörtes Wachstum bei Welpen, bis zur Abmagerung und mangelnde Fresslust. Auch Kotfressen kann (neben einer Pankreasinsuffizienz) ebenfalls auf einem Thiaminmangel hindeuten. Ein Thiaminmangel kann auftreten, wenn Hunde einseitig mit thiaminarmen Futtermitteln ernährt werden. Das sind z.B. polierter, weißer Reis, Weißmehle, fettreiche Futtermittel. Manche rohen Fische enthalten ein Enzym, das Thiamin zersetzt. Auch ein Auswaschen oder starkes Garen kann den Thiamingehalt verringern. B-Vitamine und hier besonders Thiamin werden z. B. nach Nervenverletzung wie Bandscheibenvorfall beim Hund eingesetzt. Eine akute Überdosierung von Thiamin kann allerdings zu einem raschen Abfall des Blutdrucks und durch Ausfall des Atemzentrums zum Tode führen.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Dieses Vitamin ist am Stoffwechsel und der Energiegewinnung der Körperzellen beteiligt. Riboflavin ist in Milch, Hefe, Leber, Lunge und im Pansen enthalten. Vitamin B2-Mangel kann sich äußern in Appetitlosigkeit, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen. Vitamin B2 haltige Lebensmittel sollten dunkel und kühl gelagert werden. Auch diesem Vitamin schaden Licht und Hitze.

Vitamin B3 (Niacin)

Niacin ist auch wieder an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt - v.a. dem Aufbau von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten. Ein Niacinmangel kann bei einseitiger Fütterung von Getreideprodukten entstehen. Diese enthalten zwar Niacin, was aber vom Hund nur unzureichend aufgenommen werden kann. Ein Niacin-Mangel führt zur sog. schwarzen Zunge, Entzündung und Geschwürbildung von Mund und Rachen mit blutigem Speichel. Gleichzeitig kommt es auch zu Hautentzündungen, Durchfällen und Störungen der Nervenfunktionen.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Die Aufgaben dieses Vitamins ähneln denen von Riboflavin (Energiestoffwechsel). Besonders Welpen sind durch einen erhöhten Energiebedarf für einen Vitamin B5 Mangel anfällig. Die Anzeichen sind auch hier z.B. fehlender Appetit, Wachstumsverminderung bei Welpen, Abmagerung oder Krämpfe.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Das Vitamin B6 ist für den Stoffwechsel von Eiweißen im Körper notwendig. Ein Mangel an Vitamin B6 kann zur Bildung von Oxalatsteinen (Harnsteinen) im Urin führen. Auch Appetitlosigkeit, ein gestörtes Wachstum und sogar Anämie sind möglich. Wenn das Futter sehr eiweißreich ist oder wenige essentielle Fettsäuren enthält, steigt der Bedarf an Vitamin B6. Die meisten Futtermittel weisen ausreichende Mengen an Vitamin B6 auf, so dass Mangelerscheinungen nicht zu erwarten und auch in der Praxis nicht bekannt geworden sind. Vitamin B6 verträgt weder Hitze noch Licht.

Vitamin B7 (Biotin)

Biotin ist beteiligt am Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Biotin wird sowohl über die Nahrung als auch von den Darmbakterien des Hundes gebildet. Nur bei gestörter Darmflora ist ein Mangel möglich. Allerdings kann auch rohes Eiweiß (durch Avidin), wenn es im Übermaß gegeben wird, die Aufnahme von Biotin stören. Beim Biotinmangel sieht man Hautveränderungen, glanzloses Fell, Haarausfall und Juckreiz.

Vitamin B9 (Folsäure)

Folsäure ist Teil des Kohlenhydrat Stoffwechsel und des Aufbaus von Eiweißen. Folsäuremangel gibt es bei Hunden eigentlich nicht, da die Darmbakterien es produzieren. Folsäure im Übermaß bei einem Blutbild kann allerdings auf eine gestörte Darmflora hinweisen.

Vitamin B12 (Kobalamin)

Vitamin B12 kommt nahezu in allen Körperzellen vor und ist für die Zellteilung wichtig. Deswegen macht sich ein Mangel an Vitamin B12 in den Knochenmarkzellen, wo die Erythropoese (Bildung und Entwicklung von roten Blutkörperchen) stattfindet, bemerkbar. Es bildet sich eine Anämie. Störungen des Dünndarms, des Magens, der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) oder verstärkte bakterielle Besiedlungen des Darms führen zu einem Mangel an Vitamin B12. Das Vitamin B12 kommt nur in Futtermitteln tierischer Herkunft vor, insbesondere der Leber. Eine Ergänzung ist stets bei rein vegetarischen Rationen angezeigt. Das Vitamin B12 wird auch von Hitze, Licht und durch Sauerstoff zerstört. Deswegen sollten gut schließende Behälter zur Aufbewahrung im Kühlschrank benutzt werden. Eine ständige Zufuhr von Vitaminen der Gruppe B belastet die Leber, da diese dort gespeichert und je nach Bedarf wieder freigesetzt werden. Die Zugabe dieser Vitamine ist bei gesunden Tieren mit einer normalen gesunden Darmflora deswegen unnötig.

Vitamin C

Vitamin C ist wichtig für den Bindegewebsaufbau und wirkt als Antioxidans. Ein Hund kann es in der Leber oder den Nieren selbst herstellen. Daher ist eine Zufuhr über das Futter im Allgemeinen nicht nötig. Bei Infektionen, Lebererkrankungen oder nach Operationen und bei sehr stark arbeitenden Hunden (Schlittenhunderennen) hat sich eine zeitweise Zugabe von Vitamin C bewährt. Zu viel Vitamin C bei gesunden Hunden verminderte aber die Aktivität des Immunsystems - die "Fresszellen" (Phagoyzten) sind weniger aktiv. Dieses Vitamin ist empfindlich gegen Sauerstoff und verträgt weder Hitze noch längere Lagerung. Beim Kochen gehen ca. 40% verloren.

Zur Haltbarkeit der Vitamine allgemein kann man sagen, dass es viel darauf ankommt, mit wie viel Grad eine Hundenahrung erhitzt wird. Beim „Selbstkochen“ ist nicht sicher, ob nicht Futter zu hoch erhitzt wird und dann der größte Teil der Vitamine zerstört wird. Kommerziellen Hundefutter mit standardisierten Herstellungsprozessen bei sehr hohen Temperaturen wird ein "Übermaß" bei der Herstellung zugegeben. Bei der Rohfütterung sind normalerweise ausreichend Vitamine enthalten. Aber auch hier ist die richtige Aufbewahrung wichtig. Auf gelegentliche Mangelsituationen hat die Natur den Hund eingerichtet, so dass nicht immer ein Vitamin substituiert werden muss. Das heißt aber nicht, dass die Vitaminversorgung des Hundes nicht einige Gedanken verdient. Grundsätzlich gilt, dass der Gehalt eines Futtermittels an Vitaminen – je nach Herstellung (Hitze schädigt) und Verpackung (Vitamine sind lichtempfindlich) - im Laufe der Zeit geringer wird.

Fazit

Bei manchen Krankheiten können Vitamine zur schnelleren Heilung beitragen. So hilft Vitamin B bei der Nervenregeneration, z.b. nach einem Bandscheibenvorfall. Vitamin C kann bei Arthrose hilfreich sein. Und in der Orthomolekularen Medizin werden hohe Dosen von Vitaminen verwendet, um Krankheiten zu behandeln. Vitamine können daher therapeutisch eingesetzt werden. Ein Übermaß kann allerdings auch schädlich sein. Denn Vitamine sind an allen wichtigen Reaktionen im Körper beteiligt. Veränderungen in diesen biochemischen Reaktions-Gleichgewichten toleriert ein Körper nur in gewissen Maß. Üblich und nötig sind bei Hunden Vitamin-Gaben nur in bestimmten Fällen: Wenn eine selbsthergestellte Ration ausgeglichen werden soll oder eben bei Krankheit.

Sabrina Lingrün

10.07.2016

 

IBD steht für Inflammatory Bowel Disease und bedeutet chronische Darmentzündung

Eine immer wieder überschießende Immunreaktion der Darmschleimhaut führt letztendlich zu einer chronischen Darmentzündung. Dies äußert sich in auffallend lauten Darmgeräuschen, exzessives Grasfressen, Schüben von blutigen Durchfällen, Erbrechen, Krämpfen, Gewichtsverlust und Schmerzen, vergleichbar mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beim Menschen.

Auslöser für eine IBD sind Veranlagung, Futterunverträglichkeiten, Fehlbesiedlung von Darmbakterien und auch Stress. Am Anfang eines Schubes setzen die Hunde häufiger Kot ab (bis zu 10 mal pro Tag!), welcher immer weicher und mit Schleimauflagen, später auch blutig wird. In der Darmschleimhaut sitzt ein Großteil der Abwehrzellen des Organismus (Immunsystem). Ist dieses System gestört kann es zu weiteren Entzündungen im Körper kommen.

Nachdem andere Ursachen für Durchfälle wie z. B. Metabolische Ursachen, Parasitenbefall, Allergien oder Vergiftungen ausgeschlossen werden können, verdichtet sich die Diagnose IBD zusehens. Wissenschaftliche Studien belegen, dass phlegmatische, ängstliche Hunde eine vermehrte Tendenz zu chronischen Darmentzündungen zeigen. Zeigen sich dann im Blutbild noch auffällige Werte die auf eine Entzündung hinweisen, liefert dies eindeutige Hinweise auf eine IBD. Nach bestätigter Diagnose ist eine gesunde Ernährung das A und O für eine erfolgreiche Behandlung der IBD. Es ist unbedingt erforderlich, dass diese Tiere Diät halten. In der Naturheilkunde können die Symptome gut mit Homöopathie und Heilpilzen behandelt werden. Ebenfalls sollte die geschädigte Darmschleimhaut unbedingt über längere Zeit mit gesunden Darmbakterien aufgebaut werden.

Die IBD bedeutet kein Todesurteil, dennoch ist es ein langer Weg zurück zur Normalität. Gemeinsam mit einem Ernährungsberater und einem Tierheilpraktiker steht diesem nichts entgegen. Die Chancen auf eine Rückkehr zur Beschwerdefreiheit sind hoch.

Sabrina Lingrün

16.06.2016

 

 

Diagnose EPI – Die exokrine Pankreasinsuffizienz 

 

Hinter der EPI versteckt sich die chronische Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Sie stellt neben der Pankreatitis, der akut entzündeten Bauchspeicheldrüse, die zweithäufigste Erkrankung des Verdauungsabschnittes des Hundes dar. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme wie Protease (Eiweißspaltendes Enzym), Lipase (Fettspaltendes Enzym) und die Amylase (Zuckerspaltendes Enzym). Dadurch können Nahrungsbestandteile für den Organismus nicht mehr genügend verwertet werden. Die Bauchspeicheldrüse stellt außerdem das Insulin her, welches für die Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist.

 

Auffällig wird die EPI meist durch Symptome wie

  • wiederkehrende Durchfälle
  • Gewichtsabnahme trotz gutem Appetit
  • unverdaute Nahrungsbestandteile im Kot
  • Farbe und Konsistenz des Kotes sind hell, grau bis lehmfarben, schaumig, wässrig und fettreich, sog. Fettstuhl
  • auffällig große Kotmengen, Absatz bis zu achtmal pro Tag sind möglich
  • stumpfes Fell und struppiges Haarkleid
  • sehr oft auffällig ist auch das Fressen von Kot anderer Hunde.

Die möglichen Ursachen für eine EPI sind zum einen genetische Dispositionen, häufig aber auch Folgen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auch lange Cortison Gaben oder falsche Fütterung können zu einer Pankreasinsuffizienz führen.

 

Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollte in jedem Fall ein Blutbild mit dem spezifischen Wert (TLI Trypsinogen like immunreactivity) durchgeführt werden. Trypsinogen wird in den Azinus Zellen der Pankreas gebildet und gespeichert. Bei einer Pankreasatrophie gehen diese Zellen fast vollständig zugrunde, daher ist der TLI Wert entsprechend niedrig. Außerdem sollte eine Kotprobe im Labor auf das Enzym Chymotrypsin getestet werden. Bei einer chronisch manifestierten EPI ist die Enzym Sekretion von Chymotrypsin deutlich eingeschränkt.

 

Ist ein Hund an chronischer exokriner Pankreasinsuffizienz erkrankt, sollte zwischen jeder Fütterung eine Zugabe von Verdauungsenzymen erfolgen. Wurde zusätzlich ein Vitamin B12 Mangel festgestellt, empfiehlt es sich Vitamin B12 hochdosiert zu verabreichen. Durch die Malabsorption (mangelhafte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen) besteht oft ein Zinkmangel, worunter das Immunsystem leidet. Daher wird auch die Gabe von Zink empfohlen. Da die Fettverdauung eingeschränkt ist, ist es wichtig, eine fettarme und hochverdauliche, proteinreiche Diät zu halten. Aber auch sehr weich gekochte Kohlenhydrate sollten zum Einsatz kommen, da sie aufgrund der fettarmen Ernährung den Energieträger darstellen. Dies ist jedoch nicht für alle Hunde zutreffend. Die Diät sollte in jedem Fall individuell angepasst werden. Dabei empfiehlt sich also, herauszufinden, welche Enzyme dem Hund tatsächlich fehlen, um einen individuellen Fütterungsplan erstellen zu können. Dies kann man leider nicht mehr so gut feststellen, wenn Enzyme bereits zugefüttert werden. Doch manche Tierhalter können sich daran erinnern, dass der Hund vor Beginn der Behandlung besonders schlecht auf Fett und fettes Fleisch und/oder auf Getreide reagiert hat. Ansonsten heißt es, sich vorsichtig an das für Ihren Hund geeignete Futter heranzutasten und dieses mengenmäßig so zu kombinieren, dass es die speziellen Bedürfnisse ihres Hundes deckt. In jedem Fall müssen die Futtermittel hochwertig und leicht verdaulich sein. Die tägliche Ration sollte möglichst auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt werden, um den Verdauungstrakt zu entlasten.

 

Zur Behandlung einer exokrinen Bauchspeicheldrüseninsuffizienz ist eine klassische homöopathische Behandlung als ganzheitliche Stärkung der Lebenskraft sehr zu empfehlen. Diese zielt darauf ab, eine Gewichtszunahme zu ermöglichen, den Hund stabil zu halten, die Enzymsubstitution evtl. zu reduzieren und das Gleichgewicht im Organismus wiederherzustellen. 

  

Phytotherapeutisch werden bei Beschwerden der Bauchspeicheldrüse insbesondere Papaya (Papain) und Ananas (Bromelain) eingesetzt. Es ist therapeutisch nicht sinnvoll, die Früchte zu füttern, sondern auf ein Präparat auszuweichen.

 

Leider ist die EPI nicht heilbar, aber mit der richtigen Therapie und Ernährung kann sich der Zustand langanhaltend stabilisieren.

 

Sabrina Lingrün

22.05.2016

 

 

Hunde im Auto

 

Autos können im Frühjahr und Sommer zur tödlichen Falle für Hunde werden.

Nach wie vor sterben in Deutschland jedes Jahr Hunde, weil Ihre Halter sie im Auto zurücklassen. Ein Hund gehört nicht ins abgestellte Auto, wenn es warm ist, auch nicht für wenige Minuten.


Schon ab 24 Grad Außentemperatur heizt sich das Innere des Fahrzeuges innerhalb 10 Minuten auf 31 Grad, nach 30 Minuten auf 40 Grad und nach 60 Minuten sogar auf 50 Grad auf. Eine große Gefahr für die Tiere, die im Auto auf die Rückkehr ihrer Halter warten müssen, da Hunde anders schwitzen als Menschen. Auch die Seitenscheiben ein Stück herunterzulassen genügt nicht, um die notwendige Kühlung zu bringen. Ihren Wärmehaushalt kontrollieren sie über das Hecheln. Wenn die Hunde überhitzt sind und zu viel Flüssigkeit verloren haben, drohen ein Kreislaufkollaps. Lebenswichtige Organe werden weniger durchblutet was zum Schock führen kann. Steigt die Körpertemperatur über 43 Grad gerinnt das körpereigene Eiweiß, dies führt zur Bewusstlosigkeit.
 
Wenn Sie an einem warmen Tag einen Hund im Auto sehen und eine Notsituation für das Tier erkennen, helfen Sie dem Vierbeiner! Versuchen Sie, den Halter ausfindig zu machen, anderenfalls informieren Sie umgehend die Polizei oder Feuerwehr. Sollte die Situation so dramatisch sein und das Tier droht zu sterben, darf man den Hund selbst befreien und die Seitenscheibe einschlagen. Berufen Sie sich dabei auf einen „rechtfertigenden Notstand“ (§43 StGB) und versuchen Sie Zeugen zu finden. Erstatten Sie zur Sicherheit auch Strafanzeige wegen Tierquälerei.

Verantwortungsvolle Tierhalter lassen Ihre Tiere im Sommer nicht im Fahrzeug!

 

Sabrina Lingrün

11.05.2016

 

Demenz bei Hund und Katze

 

Durch eine erhöhte medizinische Versorgung, artgerechte Ernährung und gute Haltung werden unsere Tiere heute älter. Somit ist es keine Seltenheit, dass alterstypische Erkrankungen wie z. B. die Demenz auch bei unseren Haustieren auftritt. Demenz wird in der Tiermedizin auch als kognitive Dysfunktion bezeichnet.

 

Das Tier benimmt sich plötzlich in seiner gewohnten Umgebung seltsam. Die Symptome sind vielseitig, der Beginn schleichend aber dennoch auffällig. Dies kann von einem veränderten Schlafrhythmus bis zur Desorientierung reichen. Plötzlich weiß der Hund während der gewohnten Spaziergänge nicht mehr wohin er gehen soll oder erkennt ihm bekannte Menschen oder Tiere nicht mehr. Die Katze miaut auf einmal ständig oder zeigt Aggressionen gegenüber Mitbewohnern. Aber auch Unruhe, Teilnahmslosigkeit, Unreinheit oder zwanghaftes Verhalten können auf eine Demenz hinweisen.

 

Haben Sie den Verdacht Ihr Tier könnte an Demenz erkrankt sein, sollte das Tier ausführlich untersucht und andere Krankheiten ausgeschlossen werden. Wenn sich die Diagnose bestätigt können Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze das Leben vereinfachen, indem Sie Stress und Veränderungen im täglichen Ablauf vermeiden. Es ist wichtig den Tieren ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Haben Sie Verständnis für die vermeintlichen Macken. Hundehalter sollten Ihren Hund nur noch an der Leine führen, da er sobald er sich aus Ihrem Sichtbereich befindet eventuell nicht mehr allein zurückfindet. Auch auf Rufen wird er nicht mehr ausreichend reagieren, da er Sie vielleicht nicht hören kann oder Ihr Rufen nicht zuordnen kann.

 

Zur Behandlung der Demenz ist es wichtig die Fütterung entsprechend anzupassen. Alte Tiere sollten Futtermittel die reich an Antioxidantien und hochverdauliche Eiweiße bekommen. Auch mit der Phytotherapie wie z. B. Ginkgo sowie der orthomolekularen Medizin, der Versorgung mit Mikronährstoffen, wie z. B. Vitamin B Komplexen oder Coenzym Q10 können Sie Ihr Tier unterstützen.

 

Die beste Prophylaxe ist eine speziell auf das Alter des Tieres zugeschnittene Ernährung. Tiere ab einem Alter von 7-8 Jahren sollten jährlich einem Geriatrischen Check unterzogen werden. Altersgerechte Bewegung und geistige Auslastung beugen ebenso einer Erkrankung vor.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Tier bis ins hohe Alter altersgerecht begleiten dürfen.

 

Sabrina Lingrün

01.05.2016


Beeinflusst die Ernährung die Entwicklung eines Hundes?

 

Wie wichtig eine richtige Ernährung gerade in der Wachstums- und Entwicklungsphase eines Hundes ist, zeigt sich an der zunehmenden Anzahl von Skeletterkrankungen bei Hunden. Besonders Besitzer großer Hunderassen sind oft verunsichert und suchen daher Rat bei der Ernährung ihres Hundes.

 

Die Skelettentwicklung ist sowohl durch genetische Faktoren (Vererbung durch Elterntiere) als auch durch von außen einwirkende Faktoren (Fütterung, Haltung) beeinflussbar. Deshalb kommt der Ernährung als Vorbeugung zur Vermeidung schwerer Gelenkserkrankungen eine große Bedeutung zu. Durch eine optimale Fütterung und Haltung können negative Veranlagungen zu einem gewissen Maß kompensiert werden.

 

Dabei spielt die Energieversorgung gerade bei Jungtieren großwüchsiger Rassen eine wichtige Rolle, denn diese steuert die Wachstumsgeschwindigkeit. So ist zum Beispiel die Endgröße eines Tieres genetisch vorgegeben. Diese kann durch Ernährung nicht beeinflusst werden. Ein Welpe der durch energiereiche Fütterung zu schnell wächst, wird nicht größer als ein Welpe der durch optimale Ernährung in normaler Wachstumsgeschwindigkeit wächst. Er wird nur früher die Endgröße erreichen, aber garantiert später Probleme mit den Gelenken und Knochen bekommen. Diese sind nämlich durch den ernährungsbedingten Wachstumsschub hohen Druckbelastungen aufgrund der höheren Körpermasse ausgesetzt. Dies führt zu sog. Mikroverletzungen insbesondere in den Wachstumszonen bzw. den Gelenkknorpeln.

 

Ebenfalls führt eine hohe Energieaufnahme zu hormonellen Umstellungen im Organismus (Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone) was sich auch wiederrum auf die Wachstumsvorgänge auswirkt.

 

Für die Fütterung von Junghunden empfiehlt es sich, das Futter nicht zur freien Verfügung zu überlassen. Eine verhaltene Fütterungsintensität ist nach heutigen Erkenntnissen optimal. Die Zusammensetzung des Futters sollte in Relation zum Energiegehalt ausgewogen sein. Dabei sollte weder ein Mangel noch ein Überschuss an Eiweiß, Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen herrschen. Bei Verwendung von Fertigfuttern sollte auf eine zusätzliche Gabe von Mineralstoffen oder Vitaminen verzichtet werden, bei Eigenmischungen sind diese fast immer unerlässlich.

 

Ganz wichtig ist, dass keine einseitige Fütterung erfolgt. Eine bedarfsgerecht zusammengesetzte Mischung besteht immer aus einer eiweißreichen Komponente, die mit kohlenhydrat- und fettreichen Futtermitteln kombiniert wird.

 

Gerne helfe ich Ihnen bei der Aufzucht Ihres Junghundes und berate Sie bezüglich der optimalen Ernährungsmethoden.

 

Sabrina Lingrün

15.03.2016

 

 

Rassereine Krüppel

 

Meinen heutigen Bericht widme ich Marie Peaches, einer Old English Mastiff Hündin, die diese Woche mit nur 18 Monaten über die Regenbogenbrücke gehen musste. Sie starb weil Ihre Nieren nicht fähig waren das Blut zu reinigen und die chemischen Bestandteile des Blutes im Gleichgewicht zu halten. Das nämlich tun gesunde Nieren. Peaches Nieren waren nicht gesund, sie waren fehlentwickelt, das heißt in Form und Funktion nicht fähig ihre Arbeit zu tun. Aber Peaches wäre auch ohne diese Erkrankung nicht alt geworden. Schon im Alter von wenigen Monaten stellte man bei ihr schwerste Hüft- und Ellenbogenschäden fest. Sie musste bereits früh operiert werden und durfte Ihre Jugend nur liegend verbringen. Nicht nur Peaches auch ihre Brüder Moritz und Merlin weisen dieselben und weitere genetisch bedingte Defekte auf.

 

Aber solche Auffälligkeiten zeigen sich nicht nur beim Old English Mastiff, denken wir doch einmal an den Deutschen Schäferhund. Was war das ein stolzer schöner Hund, heute dank Qualzucht fällt der Rücken so stark ab, dass sie Tiere kaum noch richtig laufen können. Oder der Mops, noch kürzere Schnauze dafür hervorquellende Augen (Kindchen Schema). Sie hecheln, schnaufen und schnarchen da sie kaum noch Luft bekommen. Jeder zweite landet heute bereits auf dem OP Tisch.

 

Was sind eigentlich genetisch bedingte Erkrankungen? Dies können Erkrankungen des Bewegungsapparates sein wie HD (Hüftgelenksdysplasie) und ED (Ellenbogendysplasie) z. B. beim Golden Retriever oder Erkrankungen des Blutes wie Blutbildungs- oder Blutgerinnungsstörungen z. B. beim Berner Sennehund. Dispositionen zu Atopien sog. Umweltallergien z. B. beim Boxer oder Nervenkrankheiten, die Degenerative Myelopathie übrigens auch häufig beim DSH.  Aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die Aorten Stenose, eine Verengung der Hauptschlagader im linken Herzen z. B. bei der Dogge, werden genetisch von Generation zu Generation weitergegeben. Und denken wir nur an die Dilatative Kardiomyopathie, die für den plötzlichen Herztod beim Dobermann verantwortlich ist.

 

Aber wie kann das sein. Die Geschichte der Hundezucht begann auf Initiative des Wolfes, der erkannte, dass man beim sesshaft gewordenen Menschen immer etwas zu fressen finden konnte. Umgekehrt entdeckte der Mensch, dass es unter den Wölfen wildere und zahmere Artgenossen gab. So begann die erste Zucht durch Auslese des Menschen schon sehr früh zu entsprechend ihrer Aufgaben angepassten Rassen. Der Hund sollte dem Menschen dienen.

 

Durch intensive Zuchtprogramme zur Ausprägung bestimmter erwünschter Merkmale (z. B. große Augen beim Mops) ist es dem Menschen über viele Jahre gelungen, immer mehr unterschiedliche Hunderassen zu züchten. Zur Reinerhaltung der so entstandenen Rassen oder zur Vermeidung des Aussterbens von bestimmten Rassen wurden Zuchtlinien oft isoliert und miteinander gekreuzt. Dies hat aber leider zur Folge, dass mutierte Gene, die zu genetisch bedingten Krankheiten führen, rassespezifisch gehäuft auftreten.

 

Das große Problem vieler genetisch bedingter Erkrankungen ist, dass die Hunde den Genfehler verborgen, also nicht äußerlich erkennbar tragen. Sie erkranken nicht selbst und erscheinen gesund - verpaart man aber solche Tiere, sogenannte Anlageträger, so tritt die Krankheit bei ihren Nachkommen sichtbar auf. Diese sind dann Merkmalsträger. Nach uns Menschen leiden Hunde am häufigsten an Erbkrankheiten. Um die 800 Erbkrankheiten sind beim Hund mittlerweile bekannt und jedes Jahr kommen neue hinzu. Um solche Erkrankungen kontinuierlich wieder zurückzudrängen, gibt es heute viele Gentests, die Anlageträger sicher identifizieren. Leider, und das ist die Dramatik an dieser Geschichte, sind nur gewisse Untersuchungen für die unterschiedlichen Hunderassen Pflicht. Jede weitere Untersuchung ist freiwillig, wird aber aus finanziellen Gründen nicht durchgeführt.

 

Denn wer kauft denn Welpen, die nachweislich an einer Erbkrankheit leiden. Und dass mit Welpen viel Geld zu verdienen ist, weiß jeder, der schon einmal einen teuren Rassehund gekauft hat. Also werden diese Tests einfach nicht durchgeführt. Wo kein Kläger, da kein Richter. Für jeden guten Züchter sollte es ein Muss sein, vorhandene genetische Tests zu nutzen – dadurch kann er gezielt Anlageträger aus der Zucht aussortieren, und gesunde Welpen züchten.

 

Aber was kann der Käufer als Laie tun? Fragen Sie offen nach Gesundheitsnachweisen der Elterntiere. Lassen Sie sich diese zeigen. Besuchen Sie den Züchter, nicht nur einmal zur Welpen Abholung, sondern bereits vorher. Beobachten Sie die Welpen und Elterntiere und schauen Sie, wie die Hunde gehalten werden. Prüfen Sie den Umgang mit Ernährung und Medikamenten. Wenn Ihnen der Züchter suspekt erscheint, kaufen Sie nicht! Es gibt viele andere Züchter. Und bitte kaufen Sie niemals sogenannte Wühltischwelpen (Schnäppchen) aus dem Ausland. Diese Tiere werden viel zu früh von Ihren Müttern getrennt und sind meist schwer krank, wenn Sie in Deutschland ankommen. Die Muttertiere werden lediglich als Gebärmaschinen gehalten. Das darf man nicht unterstützen!

 

Und wenn Sie keinen geeigneten Rassehund finden, schauen Sie doch einmal in den Tierheimen nach. Dort sitzen viele Hunde, die auf ein neues Zuhause hoffen. Und vielleicht haben Sie Glück und können noch viele gemeinsame Jahre miteinander verbringen.

 

Die Besitzer von Peaches können das nicht mehr, sie konnte man leider nicht retten.

Marie Peaches, du bist nun frei von Schmerzen und Zwängen. Lauf frei und sei glücklich im Regenbogenland. Du wirst nie vergessen.

 

Sabrina Lingrün

05.02.2016

 

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine durch die Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragene, zoonotische (auf den Menschen übertragbare) Infektionskrankheit. Der Erreger ist ein Protozoon (einzelliges Urtierchen) namens Leishmania infantum. Sie befallen die weißen Blutkörperchen (Fresszellen) im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders Leber, Milz und Nieren, unbehandelt führen sie zum Tod des Tieres. 

Es werden drei Formen der Leishmaniose unterschieden: die kutane (Hautleishmaniose), die mukokutane (Schleimhautleishmaniose) und die viszerale (innere Leishmaniose). Die Inkubationszeit beträgt Monate bis Jahre. Mehr als die Hälfte der infizierten Hunde bleibt symptomlos, sind aber dennoch Träger und können die Erreger permanent an Sandmücken weitergeben und diese dann wiederum an andere Hunde. Eigentlich kommt die Sandmücke am häufigsten im europäisch mediterranen Raum vor. Mittlerweile ist die Verbreitung jedoch nicht mehr nur auf südliche Länder begrenzt. 2014 wurden bereits Sandmücken in Hessen entdeckt. Es gibt zunehmend Berichte von Leishmaniose-Fällen bei Hunden und Menschen, die angeblich Deutschland noch nie verlassen haben.

Für den Besitzer­­­ am auffälligsten sind die Hautveränderungen: Haarverlust bis hin zu kahlen Stellen, nicht juckende Hautentzündungen um die Augen ("sog. Brillenbildung"), an den Ohrrändern und auf der Nase, Hyperkeratose (überschießende Hornbildung) an den Ballen und am Nasenspiegel und verstärktes Krallenwachstum. Oft begleitet von Fieber, Leistungsminderung, Apathie, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, Niereninsuffizienz und -versagen, Milzvergrößerung und Lahmheit durch Gelenk- oder Knochenentzündungen. Bei einem Verdacht auf eine Erkrankung wird der Tierarzt einen Leishmaniose Antikörper Titer Test (LAT Bestimmung) durchführen. Häufig zeigt sich im Blutbild auch eine Anämie (Blutarmut).

Die Medikamente, die für eine Behandlung zum Einsatz kommen sind Allopurinol, Glucantime, oder auch Levamisole. Allopurinol ist ein Medikament, das beim Menschen zur Behandlung der Gicht eingesetzt wird. Diese verursachen in den meisten Fällen extreme Nebenwirkungen, da der Organismus sowieso bereits geschwächt und angegriffen ist. Eine Alternative gibt es nicht. Der Hund wird auch nach erfolgreicher Therapie, also nach Besserung oder Verschwinden der Symptome, lebenslang infiziert bleiben. Es gibt bisher keine bekannte Therapieform, die die Leishmanien vollständig aus dem Körper entfernen könnte, so dass mögliche Rückfälle bzw. lebenslange Kontrolluntersuchungen immer präsent sind. Egal welche Medikamente eingesetzt werden, es ist wichtig, dass vorab ein einwandfreies Testergebnis vorliegt.

Mit der richtigen Ernährung, Pflege und Zuneigung, die man dem Hund entgegenbringt, genesen die meisten Vierbeiner wieder. Ein starkes Immunsystem ist wichtig, damit der Körper den Kampf gegen die Leishmanien gewinnen kann. Vermeiden Sie Stress. Auch die Ernährung spielt für die Gesundung eines an Leishmaniose erkrankten Hundes eine große Rolle. Diese muss purinarm, natriumarm und phosphorarm sein. Allopurinol hat hier noch eine weitere Eigenschaft: Es vermindert die Aktivität der Purin-abbauenden Enzyme. Das heißt, die Umwandlung zu Harnsäure und im Falle des Hundes zum Ausscheidungsstoff Allantoin wird blockiert. Damit ist aber verbunden, dass der Xanthin-Spiegel steigt. Dies kann Auswirkungen auf die Nieren und Harnwege des Hundes haben, da sich Xanthin-Steine bilden können. Um dieses Risiko zu vermindern, sollte purinarmes Futter gegeben werden. Außerdem sollte auf eine hohe Trinkmenge geachtet werden. Ergänzen sollte man das Futter mit tierischen Omega 3 Fettsäuren. Sie stimulieren das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. 

Der beste Schutz gegen Leishmaniose ist immer noch der Schutz vor der Infektion. Zur Abwehr der Sandmücken werden Spot-On Präparate oder Halsbänder mit Parasiten abwehrenden Wirkstoffen angeboten. Dabei muss man jedoch wissen, dass diese Pyrethroide (synthetische Insektizide) enthalten, welche neurotoxisch sind, das heißt sie wirken als Nervengift. Bei längerer Einwirkung kann das periphere und zentrale Nervensystem beeinträchtigt werden, was sich unter anderem in Sensibilitätsstörungen, Schwindel, Angst und Magen-Darm-Beschwerden äußern kann. Mittlerweile gibt es auch einen Impfstoff gegen Leishmaniose. Dafür muss das Tier vorher getestet werden und Leishmania negativ sein. Der Impfstoff soll wirkungsvoll sein schützt aber nicht zu 100 %, sodass auch hier zusätzlich der Einsatz der oben genannten Produkte empfohlen wird.

Fährt man mit seinem Hund in Risikogebiete (südliches Ausland), sollte man auch beachten, dass Sandmücken von April bis November von der Abend- bis zur Morgendämmerung aktiv sind. Zu diesen Zeiten ist der Hund am besten im Haus aufgehoben, idealerweise zusätzlich geschützt von Fliegengittern an Fenstern und Türen. Lassen Sie Ihren Hund in den Risikogebieten auf gar keinen Fall im Freien schlafen! Sandmücken mögen keinen Wind und bleiben recht nah am Boden. Ein Aufenthalt im ersten Stock oder noch höher bietet Sicherheit.

Die Homöopathie ist bei Leishmaniose hochwirksam. Die Art der homöopathischen Behandlung hängt vom klinischen Zustand des Tieres ab. Eine längere Behandlung kann bewirken, dass die Menge der Antikörper sich ins Negative umkehrt. Homöopathie verlangsamt das Fortschreiten von Nierenversagen, hilft bei der Wundheilung, bei der schnellen Erholung von Anämie, verbessert den Allgemeinzustand des Hundes, hilft ihm wieder zuzunehmen, kontrolliert Durchfall und hat eine positive Wirkung auf viele weitere­ Symptome.

Mit Homöopathie, Schüssler Salzen und der Einnahme von Mikronährstoffen kann das Immunsystem bei einer Leishmaniose-Erkrankung Ihres Hundes gestärkt werden.

Sabrina Lingrün

10.01.2016

Das feline Fibrosarkom

 

Das feline Fibrosarkom tritt in Folge von Hautverletzungen mit nachfolgender Entzündungsreaktion auf. Es handelt sich dabei um einen sehr gefährlichen, bösartigen Tumor der Haut bzw. Unterhaut, der nur bei frühzeitiger Entdeckung erfolgreich entfernt werden kann. Ansonsten führt diese Art von Tumor zum Tod.

 

Als Ursachen können mehrere Faktoren in Frage kommen, jedoch treten die Sarkome sehr häufig nach Impfungen auf. Diese Erkenntnis wird durch zahlreiche Untersuchungen untermauert. Man teilt das feline Fibrosarkom in vier Gruppen ein:

 

Impfassoziierte Fibrosarkome

1987 wurde in Pennsylvania USA eine Vorschrift erlassen, Katzen gegen Tollwut impfen lassen zu müssen. Danach stieg die Anzahl an Fibrosarkomen um 61% an. Diese wurden vermehrt an den üblichen Impfstellen unter der Haut zwischen den Schulterblättern und an der seitlichen Brustwand sowie der Muskulatur von Oberschenkel und Hüfte, gefunden. Impfungen gegen Tollwut und das feline Leukosevirus stehen in besonderem Verdacht Tumore auszulösen. Totimpfstoffe sind hierbei ein größeres Risiko als Lebendimpfstoffe.
Verantwortlich scheinen die in Totimpfstoffen enthaltenen Hilfsstoffe, sogenannte Adjuvantien wie Aluminiumhydroxid, zu sein, welche am Ort der Impfung eine chronische Entzündung auslösen können. Allerdings stehen aluminiumfreie Impfstoffe ebenso im Verdacht Fibrosarkome auslösen zu können. Die Häufigkeit der Impfungen und sogenannte Kombinationsimpfstoffe gelten als weitere Risikofaktoren.

FeSV-induzierte Fibrosarkome

Das feline Sarkomvirus (FeSV) kann die Bildung von Fibrosarkomen auslösen. Hierzu benötigt es aber das feline Leukosevirus (FeLV) als Helfervirus. Alle Patienten mit FeSV-induzierten Fibrosarkomen sind auch FeLV-positiv. Diese Art von Fibrosarkomen sind allerdings selten. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Fibrosarkome liegt bei 2%. Meist sind junge Tiere im Alter von weniger als drei Jahren betroffen. Sie haben oft mehrere, schnell wachsende Tumore, die nicht nur in der Haut, sondern auch in inneren Organen auftreten.

 

Intraokuläre posttraumatische Fibrosarkome
            Gelegentlich findet man bei der Katze Fibrosarkome im Auge (intraokulär). Meistens kam es bei diesem Auge vorher zu einer Verletzung               oder Entzündung der inneren Augenanteile, die für die Entstehung des Tumors verantwortlich gemacht wird.

 

Fibrosarkome anderer Ursache
            Der Anteil an Fibrosarkomen, die nicht durch eine Impfung, Viren oder durch eine Verletzung entstanden sind, lässt sich nicht genau                     bestimmen. Das liegt daran, dass die eigentliche Ursache für die Entstehung des Tumors meist nicht aufgeklärt werden kann. Für die                   Entstehung von Tumoren kommen zahlreiche andere Ursachen wie Ernährung, Haltung etc. in Betracht.

 

Eines ist jedoch sicher, dass Impfungen einen großen Anteil an der Entstehung von felinen Fibrosarkomen haben. Daher ist es unbedingt anzuraten, Impfungen auf sinnvoll oder unnötig zu hinterfragen. Das inzwischen bekannte Impf-Motto lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich! Ebenfalls sollten die zeitlichen Abstände zwischen notwendig werdenden Impfungen so weit wie möglich ausgedehnt und damit die absolute Anzahl von Impfungen in einem Katzenleben reduziert werden.

Sabrina Lingrün

12.12.2015

 

 

Katzen im Winter

 

Katzen lieben Wärme, in der kalten Jahreszeit bevorzugen viele die beheizten Innenräume. Dies kann aber gerade für Tiere die den Freigang gewohnt sind schnell langweilig werden. Spielsachen und Beschäftigungsspiele sind eine Zeitlang interessant, dann lockt wieder der Garten. Auch wollen Freigänger ihr Revier verteidigen.

 

Wie schützen wir unsere Katzen, die nach draußen wollen, vor der Kälte im Winter?

 

Während Streusalz nur schwach giftig für Katzen ist, kann es dennoch Reizungen der Haut, Pfoten und des Gastrointestinal Trakts (wenn es beim Putzen abgeschleckt wird) verursachen. Sie sollten ein feuchtes Tuch benutzen, um die Pfoten Ihrer Katze abzuwischen, wenn sie nach Hause kommt.

 

Wenn Ihre Katze für längere Zeiträume (z. B. über Nacht) draußen bleiben möchte, sollten Sie in Erwägung ziehen, ein "Katzenhaus" für Ihren Tiger zu bauen. Ein einfacher Weg einen geeigneten Unterschlupf anzufertigen ist eine große Styroporbox mit Stroh zu befüllen. Schneiden sie eine kleine Seitentür hinein. Diese sollte leicht erhöht und nicht direkt auf dem Boden stehen. Möglicherweise müssen Sie Ihre Katze zuerst locken, um es zu benutzen. Sie bietet einen warmen, sicheren Unterschlupf, wenn Sie nicht zuhause sind, um Ihre Katze nach drinnen zu lassen.

 

Eine wichtige Wärmequelle ist auch das Futter. So sollten Sie Katzen an kalten Tagen zuhause ein handwarmes Futter anbieten. Feuchtfutter eignet sich nicht für die Draußen-Fütterung, wenn Minusgrade herrschen. Auch das Trinkwasser sollte handwarm sein. Keramiktöpfe eignen sich besser als Metalltöpfe, da die Katze bei Minusgraden mit der Zunge am gefrorenen Metallnapf hängen bleiben könnte.

 

Noch wesentlicher ist, stellen Sie vor dem Start Ihres Autos sicher, (dies ist besonders wichtig, wenn Sie Tatzenabdrucke auf Ihrer Haube sehen), dass sich keine Katze unter Ihrem Auto befindet. Katzen verstecken sich oft unter der Motorhaube eines Autos, da es dort warm ist, und können durch Keilriemen schwere Verletzungen erlangen (gebrochene Kieferknochen, schwere Schnittverletzungen, etc.), wenn das Fahrzeug gestartet wird.

 

Wildlebende Katzen ziehen sich oft Erfrierungen an den Spitzen der Ohren zu. Hauskatzen entwickeln typischerweise Erfrierungen an haarlosen Stellen wie den Bereichen Ohrspitzen und Ballen.

 

Winter bedeutet nicht, dass sie Ihrem Tier Hausarrest verordnen müssen – Katzen können durchaus an schönen Tagen die Kälte im Freien genießen. Dies liefert Stimulation, Bewegung und frische Luft. Und sie freuen sich wieder auf die Rückkehr in Ihr kuschlig warmes Zuhause.

 

Sabrina Lingrün

23.11.2015

 

 

Giardien

 

Giardien sind einzellige Geißeltierchen. Sie kommen im Darm zahlreicher Säugetiere vor. Auch für den Menschen stellen sie als Zoonoseerreger eine Gefahr dar. Giardien gehören neben den Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten bei Hunden und Katzen.
Die Ansteckung mit infektiösen Zysten erfolgt über kontaminiertes Futter, Wasser oder Schmierinfektionen. Im Darm des Wirtes löst sich eine Zyste auf und entlässt zwei sog. Protozoen (Urtierchen). Diese heften sich an die Zellen der Darmschleimhaut wodurch sie angegriffen wird, was wiederrum zu einer mangelhaften Aufnahme von Nährstoffen führt. Gleichzeitig beginnt die Umbildung zu widerstandsfähigen Zysten, die dann wieder je zwei Protozoen enthalten. Unter günstigen Bedingungen können sich die Giardien ausgesprochen stark vermehren. Die in die Umwelt ausgeschiedenen Zysten erkrankter Tiere sind sofort ansteckend. Die Zysten werden in großen Mengen und manchmal sogar Monate lang ausgeschieden. Sie bleiben in kühlem Wasser (4°C) bis zu 3 Monate infektiös, in feuchten Böden bis zu 7 Wochen. Unter optimalen Bedingungen können diese mehrere Monate lebensfähig bleiben.


In der Regel sind Hunde recht resistent gegen Giardien, aber bei jungen, alten und immungeschwächten Hunden kann es zu einen pathologischen Befall (Giardiose) kommen. Etwa 20 % der Hundepopulation ist zu jeder Zeit mit Giardien infiziert, bei vielen kommt es allerdings zu keinen Symptomen, da ihr Immunsystem den Befall in Schach hält. Werden viele Hunde gemeinsam gehalten, wie zum Beispiel in Zwingern oder Tierheimen, steigt das Ansteckungsrisiko. Während eine Giardiose bei erwachsenen Hunden und Katzen fast immer symptomlos verläuft, kann sie bei Welpen und Jungtieren mit übel riechendem, hartnäckigem, wiederkehrenden oder chronischem hellem Durchfall mit schleimigen, selten mit blutigen Beimengungen einhergehen. Meist ist der Kot sehr fetthaltig. Zum Teil Erbrechen die Tiere auch. Als Folge der schlechten Nahrungsverwertung und der Mangelernährung tritt Gewichtsverlust bei unverändertem Appetit ein. Eine kohlenhydratreiche Nahrung fördert das Auftreten klinischer Symptome.


Giardien können nur durch eine mikroskopische Untersuchung oder mit einem ELISA-Test festgestellt werden. Dazu sollte man über 2-3 Tage Kotproben sammeln, denn der Hund scheidet nicht unbedingt bei jedem Stuhlabsatz Giardienzysten aus.

Schulmedizinisch werden Hunde mit Fenbendazol, Metronidazol oder Albendazol behandelt. Diese Medikamente haben jedoch zum Teil starke Nebenwirkungen. Oft sind die Parasiten dagegen resistent und man stellt einen erneuten Befall nur wenige Wochen nach der Behandlung fest. Für Katzen gibt es keine zugelassenen Präparate. Eine Impfung gegen Giardien gibt es nicht.


Giardien können sehr gut mit Naturheilmitteln behandelt werden (z. B. nach Swanie Simon www.barfers.de).

Bei der naturheilkundlichen Behandlung von Giardien gibt es mehrere Ansatzpunkte: Das Immunsystem wird unterstützt, die Darmflora wird aufgebaut, den Giardien entzieht man der Nahrung, man gibt Naturmittel, die das Absterben und Ausscheiden der Giardien verursacht und man entfernt Ansteckungsquellen in der Umgebung. Da Hunde häufig Giardien über verschmutztes Trinkwasser aufnehmen, ist es wichtig die Umgebung nach abgestandenem Wasser zu durchsuchen (z. B. in Eimern, länger stehenden Pfützen, Tümpeln o.ä.) und dieses zu entsorgen bzw. unzugänglich zu machen. Ausgeschiedene Giardienzysten können einige Monate überleben, daher sollte man die Umgebung des Hundes sehr sauber halten: Kot sofort entfernen, Wasser täglich wechseln, Näpfe täglich mit kochendem Wasser ausspülen, Bettzeug regelmäßig waschen.

Gleichzeitig sollte man die Ernährung auf Frischfutter (BARF) umstellen. Giardien nutzen Glukose aus Kohlenhydrate für Energie, daher ist es sehr wichtig kohlenhydratarm zu füttern, d.h. kein Getreide, keine Kartoffeln, kein Reis etc. So werden die Giardien geschwächt und vermehren sich viel langsamer.


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bestimmte Flavonoide (Epicatechin, Epigallocatechin, Kaempferol, Quercetin, und Apigenin) sehr wirksam gegen Giardien sind, sogar wirksamer als viele gängigen schulmedizinischen Medikamente. Deshalb sollte man  Kräuter, Gemüse und Obst in die Nahrung des Hundes einbringen, die flavonoidreich sind, z. B. Äpfel, Wirsing, Preiselbeeren, Brokkoli, Petersilie, Nüsse, Beeren, Sellerie und Kräuter wie Melisse, Salbei und Minze. Eine extra Portion Pansen oder Blättermagen unterstützt zusätzlich noch die Darmflora.

Einige Kräuter wie Knoblauch, Einjähriger Beifuss, Wermut, wilder Thymian, Nelken, Schwarz Walnuß, Kanadischer Gelbwurz sowie Grapefruitkernextrakt haben sich ebenfalls als sehr wirksam gegen Giardien erwiesen.


Häufig liest man von einer Kräuterbuttermilch, die bei Giardienbefall als unterstützende Maßnahme wirksam sein kann. Das ursprüngliche Rezept stammt aus dem Forum von Swanie Simone wo als Urheberin Nadja Glander angegeben wurde.
Rezept: ½ Liter Buttermilch, 3-4 Eßl. Oregano, 3-4 Eßl. Thymian, 3-4 Eßl. Majoran

Die getrockneten Kräuter in einen halben Liter Buttermilch geben, umrühren und einige Stunden - oder besser über Nacht - im Kühlschrank ziehen lassen. Anschließend absieben und im Kühlschrank aufbewahren. Das Prinzip der Buttermilch ist zum einen die Giardien auszuhungern, mittels Kräuter zu dezimieren und die Darmflora durch die Buttermilch aufzubauen. Zusätzlich sollte man Kolloidalsilber (KS) und hochdosierte Darmbakterien wie DHN Carniflor® sowie MSM im täglichen Wechsel verabreichen.


Gerne unterstütze ich Sie bei der Behandlung,

Sabrina Lingrün
24.10.2015

 

 

Achtung giftig für Hunde und Katzen!

 

In Haushalt und Garten gibt es manche Pflanzen, Chemikalien und Lebensmittel, die für Hunde und Katzen gefährlich werden können. Oft ist einem gar nicht bewusst, was alles zu einer Vergiftung unserer Lieblinge führen kann. In vielen Fällen vergiften sich Katzen und Hunde durch Knabbern an Giftpflanzen. Wir dekorieren z. B. unsere Wohnräume zur Weihnachtszeit mit einem schönen roten Weihnachststern. Diese Pflanze kommt ursprünglich aus Südamerika, gehört zur Gattung der Wolfsmilchgewächse und ist sehr giftig.

 

Die Tiere reagieren schon kurze Zeit nach der Aufnahme mit Symptomen wie starken Schleimhautreizungen, Magen- Darmbeschwerden mit Krämpfen und blutigem Durchfall, Absinken der Körpertemperatur, Lähmungen, blutigem Harn und Kot, Gleichgewichtsstörungen, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen. Bei jüngeren und kleineren Tieren kann der Verzehr sogar zum Tod führen!

 

Auch andere Zimmerpflanzen können für Hunde und Katzen durchaus gefährlich werden, z. B.: Alpenveilchen, Amaryllis, Azalee, bestimmte Ficus Arten, Gummibaum, Birkenfeige, Banyanbaum, Bobaum, Geigenfeige, Kletterficus, Klivie, sowie Stechplame, Mistelzweig, Einblatt, Fensterblatt, Flamingoblume, Korallenbaum, Kroton, Wunderstrauch, Krebsblume, Philodendron, der bereits erwähnte Weihnachsstern und die Zimmerkalla. 


Gartenpflanzen wie z. B.  Alpenrose, Adonisröschen, Akelei, Anemone, Aronstab, Blauregen, Buchsbaum, Clematis, Eibe, Engelstrompete, Efeu, Fingerhut, Geissblatt, Ginster, Goldregen, Heliotrop, Herbstzeitlose, Hortensie, Hyazinthe, Kartoffelpflanze, Kirschlorbeer, Lebensbaum (Thujahecke), Maiglöckchen, Narzissen, Osterglocke, Oleander, Pfaffenhütchen, Primel, Rittersporn, Schneeglöckchen, Tollkirsche, Tulpe und Wasserlilie dürfen Vierbeiner auch nicht fressen.
 

Tierhalter, die Ihre Tiere mit selbst zusammengestellter Nahrung ernähren, fragen sich auch ab und an was ihr Tier eigentlich alles fressen darf. Welche Gemüse- und Obstsorten sind erlaubt, welche nicht? Kritisch ist nicht die einmalige Aufnahme von z. B. einem Stück Tomate sondern der regelmäßige Genuss, bzw. die Aufnhame größerer Mengen eines giftigen Lebensmittels. Wie schrieb schon Paraceslus 1538:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“.

 

Anders ist es mit Medikamenten aus dem Humanbereich, schon Kleinstmengen können schwerwiegende Konsequenzen haben. Beispielsweise können Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Paracetamol bei der Katze zu starken Vergiftungen führen. Wer seine Katze damit also selbst „behandelt“, kann sie unbeabsichtigt vergiften. Auch Alkohol und Nikotin sollten Tieren niemals verabreicht werden. Chemikalien wie Putzmittel sicher und unzugänglich verstauen!

 

Anzeichen von Vergiftungen bei Hund und Katze sind unter anderem: Erbrechen und Durchfall, vermehrtes Speicheln, Benommenheit, Unsicherheit beim Gehen, Zittern, Krämpfe und Lähmungen. Auch besonders enge oder weite Pupillen, starke Aufregung und andere Verhaltensauffälligkeiten sind Alarmzeichen für eine Vergiftung.


Was ist zu tun, wenn der Hund oder die Katzen Vergiftungserscheinungen zeigen?

Zuerst einmal jede weitere Giftaufnahme unterbinden, um dann so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen. Wenn bekannt ist, welches Gift aufgenommen wurde, Reste einpacken und zum Arzt mitnehmen.

  • Niemals Erbrechen auslösen! Ein Brechmittel zu verabreichen gehört in die Hände eins Fachmanns.
  • Keine eigene Medikamente verabreichen (siehe oben)!
  • Atemwege freihalten

 

Giftige Nahrungsmittel und die Folgen der Aufnahme:

 

Nahrungsmittel

Warum?

Symptome / Folgen

Auberginen

Enthalten Solanin sowie verschiedene Steroide.

Solanin reizt die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, es kann nach der Resorption hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen) wirken. Nach kurzer Erregung kann es hemmend auf das Nervensystem wirken: Unterdrückung der Atmung, der motorischen Zentren und in großen Mengen Herzstillstand

Avocados

Einige Sorten enthalten Persin.

Herzmuskelschäden, Atemnot, Husten und Bauchwassersucht

Erdnüsse

 

Erdnüsse können bei Hunden epileptische Anfälle auslösen. Außerdem enthalten sie Trypsininhibitoren.

Gartenbohnen (roh)

Rohe Gartenbohnen enthalten Glykoside (Phasin) sowie Trypsininhibitoren.

Fressunlust bis Futterverweigerung, Durchfall, bei schweren Vergiftungen Krämpfe, Hypertrophie der Pankreas, Tod

Gewürznelken

Enthalten Oleanolsäure.

Durchfall und Übelkeit

Holunderbeeren (roh)

Holunderbeeren enthalten cyanogene Glykoside (Sambunigrin).

Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfen und Durchfall

Hülsenfrüchte (roh)

Rohe Hülsenfrüchte enthalten Glykoside (Phasin), außerdem Tannine und Alkaloide sowie Trypsininhibitoren.

Fressunlust bis Futterverweigerung, Durchfall, bei schweren Vergiftungen Krämpfe, Hypertrophie der Pankreas, Tod

Kaffee

Kaffee enthält Koffein, Theophyllin sowie Theobromin.

Herzmuskelstörungen, Neurologische Störungen

Kakao/Schokolade

Kakao und Schokolade enthalten das für Hunde giftige Theobromin.

Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörung bis hin zum Tod, Tödliche Dosis: 60 g Milchschokolade, bzw. 8 g Blockschokolade (je nach Kakaogehalt) pro kg Körpergewicht

Kartoffeln (roh)

Rohe Kartoffeln enthalten Atropin, Solanin und Glykoside (Phasin).

Tremor (Zittern) u. Herzrhythmusstörungen, siehe auch: Auberginen

Knoblauch

 Knoblauch enthält Allylpropylsufid und N-Propyldisulfid.

Knoblauch ist in geringen Mengen sehr gesund für Hunde, da Knoblauch antibakterielle, antivirale und antiparasitäre Eigenschaften hat. Er enthält auch viele ätherische Öle, die den Milchsäuregeruch der Haut überdecken - dieser lockt nämlich unter anderem Zecken und andere Parasiten an. Erst ab 5 g pro kg Körpergewicht des Hundes kann Knoblauch zu einer Anämie führen, das entspricht einer Menge von ca. 150g Knoblauch (ca. 50 Knoblauchzehen) für einen 30 kg Hund.

Macadamia Nüsse, Bittermandeln, Muskatnuss, Bambus

Sie enthalten cyanogene Glykoside.

Muskelschwäche, allgemeine Schwächung des Bewegungsapparates und teilweise geschwollene Extremitäten

Obstkerne

Obstkerne enthalten Blausäure.

Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot, Krämpfe

Paprika, grün und gelb

Grüner und gelber Paprika enthält das für Hunde giftige Solanin. Im Reifungsprozess wird das Solanin abgebaut, weswegen roter Paprika gefüttert werden kann.

Solanin reizt die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes, es kann nach der Resorption hämolytisch (Zerstörung der roten Blutkörperchen) wirken. Nach kurzer Erregung kann es hemmend auf das Nervensystem wirken: Unterdrückung der Atmung, der motorischen Zentren und in großen Mengen Herzstillstand.

Quitten

Sie enthalten viele Tannine (Gerbstoffe).

Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle

Tomaten (unreif)

Tomaten enthalten Atropin, cyanogene Glykoside sowie Solanin.

Erbrechen, Störung der Gehirnfunktion und Schleimhautreizung, bei schweren Vergiftungen Koma und Tod

Walnüsse (unreif)

Die Nuss und deren braunen Schale sind nicht giftig. Die grünen Fruchtschalen jedoch können von einem Pilz befallen sein, der das Gift Roquefortin C produziert.

Stark neurotoxische Wirkung bis hin zum Tod

Weintrauben/Rosinen

Die Ursache für die toxische Wirkung ist  noch unklar.

Ab 11,6 g Trauben pro kg Körpergewicht des Hundes führen Weintrauben/Rosinen zu Nierenversagen.

Xylit (Süßstoff)

Dieser Süßstoff ist giftig für Hunde. Grundsätzlich sollte man Hunden keinen Süßstoff geben.

Xylit hat bei Hunden einen stark Insulin-ausschüttenden Effekt, der zu Hypoglykämie führen kann, aber auch schwere Leberschädigungen bis zum Leberversagen und Gerinnungsstörungen können eine Folge sein.

Zwiebeln

Zwiebeln enthalten Allylpropylsufid und N-Propyldisulfid.

Ab 1530 g pro kg Körpergewicht des Hundes können Zwiebeln zu Durchfall, Erbrechen verursachen, ab 50 g pro kg Körpergewicht können Zwiebeln zu einer Anämie führen.


Achten Sie gut auf Ihre Tiere,

Sabrina Lingrün

03.10.2015

 

 

 

Unsere Hauskatzen gesund ernähren

 

Die Katze ist ein geborener Fleischfresser. In der Natur ist sie immer auf der Jagd nach Kleinsäugern, Vögeln, Reptilien und Insekten. Die ideale Mahlzeit für eine Hauskatze ist eine Maus. Freigänger Katzen haben die Möglichkeit, ihren Speiseplan entsprechend zu ergänzen,

während Katzen in reiner Wohnungshaltung die vom Menschen angebotene Nahrung fressen müssen.

 

Krankheiten, die heutzutage sehr häufig bei Katzen auftreten, sind z. B. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Blasen-/Nierensteine und die chronische Niereninsuffizienz (CNI). Dabei steht vor allem, durch seinen hohen Kohlehydratanteil, Trockenfutter in der Kritik eine Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankungen zu spielen.

 

Eine essentielle, das heißt vom Körper nicht selbst ausreichend herzustellende Aminosäure namens Taurin, ist für die Gesundheit der Katze lebenswichtig. Taurin ist in Fertigfuttern nicht in der Menge enthalten, die zur Gesunderhaltung der Katze nötig wäre. Damit wird klar, dass Katzen, die rein durch Fertigfutter ernährt werden, hier bereits ein deutliches Defizit aufweisen.

 

Natürlich ist es etwas aufwändiger, eine selbst zusammengestellte Futterration für die Katze anzurichten, als nur Dosen zu öffnen. Wer die Ernährung seiner Katze dennoch umstellen möchte, sollte sich ausreichend informieren bzw. einen Ernährungsberater befragen. Bitte füttern Sie keine vegetarische oder vegane Ernährung. Die Katze ist und bleibt ein reiner Fleischfresser.

 

Sollten Sie Ihre gesunde Katze mit Fertigfutter ernähren füttern Sie nicht nur eine, sondern immer wieder abwechselnd mehrere Sorten Futter, so dass sich die Tiere nie komplett an nur eine Marke gewöhnen. Das hat zwei Vorteile: Zum einen sind die Katzen an häufige Futterwechsel gewöhnt, so dass eine später eventuell nötige Krankheitsbedingte Umstellung leichter akzeptiert wird, zum anderen werden in den einzelnen Futtermitteln eventuell vorhandene Defizite an Inhaltsstoffen durch andere Sorten wieder ausgeglichen.

 

Verwenden Sie bei Katzen in reiner Wohnungshaltung möglichst vorwiegend Nassfutter, da es für einen deutlich besseren Flüssigkeitshaushalt sorgt als Trockenfutter. Denn Trockenfutter trocknet aus! Soviel Wasser kann die Katze gar nicht trinken, um das Futter entsprechend zu verdauen. Dies bedeutet, die zur Anfeuchtung notwendige Flüssigkeit wird dem Körper entzogen! Blasen- und Nierensteine sind somit vorprogrammiert. Außerdem ist die Energiedichte von Nassfutter geringer und somit eine Gewichtskontrolle besser möglich.

 

Katzen, die Freigang haben, sollten ausreichend mit Futter versorgt werden, damit sie nicht zur Deckung ihres Energiebedarfs auf die Jagd angewiesen sind. In Anbetracht der hohen Mäusepopulation werden zurzeit wieder gehäuft Giftköder ausgelegt. Frisst die Katze eine Maus welche vorher Gift aufgenommen hat, vergiftet sich auch die Katze und kann daran sterben. Ein weiteres Risiko stellt die Ansteckung mit Parasiten da. Katzen die regelmäßig Mäuse fressen, haben eine höhere Erwartung sich mit Parasiten zu infizieren. Zum Schutz der Gesundheit ihrer Katze und der Menschen in ihrem Umfeld sollte in regelmäßigen Abständen Kotproben zur Untersuchung an ein Labor geschickt werden.

 

Katzen sind bedingt durch ihre Vorliebe auf kleine Beutetiere so genannte Snack-Fresser. Frei laufende und für ihre Ernährung selbst zuständige Katzen fressen zehn bis zwanzig Mal am Tag. Verabreichen Sie also Futter möglichst in vielen kleinen Portionen. Sollten Sie länger nicht zu Hause sein, verstecken Sie winzige Happen an verschiedenen Stellen. Das sorgt für Unterhaltung und die Katze muss etwas tun, um an ihr Futter zu kommen.

 

Sie sollten niemals Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Flocken oder ähnliches dem Fertigfutter zumischen. Damit würde der in den meisten Futtermitteln sowieso zu hohe Kohlenhydratanteil endgültig überschritten. Katzen fressen nach neuesten Untersuchungen so lange, bis sie eine bestimmte Menge an Proteinen aufgenommen haben, völlig egal, wie viele Kohlenhydrate dabei mit verspeist wurden. Ein zu hoher Kohlenhydratanteil ist demzufolge ein Garant für schnelles Übergewicht und eine Menge anderer Probleme (siehe oben genannte Krankheiten).

 

Hunde sind auf längere Hunger- oder Mangelperioden physiologisch vorbereitet. Katzen dagegen dürfen auf keinen Fall hungern, denn dabei kann es sehr schnell zu einem Leberversagen kommen. Katzen dürfen nicht fasten - keine Diäten im Sinne von Hungerkuren für übergewichtige Katzen!

 

Trockenfutter trägt nicht wirklich zur Gesunderhaltung des Katzengebisses bei. Die von der Natur vorgesehene Zahnbürste der Katze ist die Maus. Da Wohnungskatzen keinen Zugang zu dieser Art der Zahnhygiene haben, ist hier den Zähnen eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Kaum eine Wohnungskatze, die nicht mindestens einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt benötigt, um sich nicht extrem unangenehme Gebisserkrankungen zuzuziehen. Hier sei noch einmal auf die zwar aufwändigere, aber gesündere BARF-Ernährung (Biologisch artgerechte Rohfütterung) hingewiesen, die auch einen positiven Einfluss auf den Mineralhaushalt und somit auf die Zahngesundheit hat.

 

Ich wünsche Ihren Stubentigern ein gesundes und langes Leben.

Ihre Sabrina Lingrün

 

 

Zecken 

 

Zecken sind Spinnentiere, welche zur Nahrungsaufnahme und Eiablage Blut benötigen. Dabei klettern sie auf Gräser und Büsche um sich beim Vorbeigehen eines Wirtes von dort aus abzustreifen. Sie können Krankheiten übertragen wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Borreliose, Babesiose und Anaplasmose.

 

Nach der trockenen Hitze, in der die Zeckenaktivität deutlich zurückgegangen ist, werden die Zecken (Gemeiner Holzbock „Ixodes ricinus“) jetzt im feuchteren, kühleren Herbst wieder aktiver. Erst bei Temperaturen unter 10 °C nimmt die Aktivität deutlich ab, ab 7°C fallen sie in eine Art Winterstarre.

 

Für den Stich sucht sich die Zecke gut durchblutete, weniger behaarte Hautstellen. Während des Stiches sondert sie ein Betäubungsmittel ab, damit der Wirt den Stich nicht spürt. Mit dem Speichel werden aber auch die oben genannten Infektionen übertragen.

Daher ist es überaus wichtig, die Zecke so früh wie möglich vom Tier zu entfernen. Dies sollte nie mit Gewalt erfolgen. Die Zecke sollte nicht gequetscht oder gedrückt werden, weil sie hierbei Viren und Bakterien in den Wirt absondert. Ebenso sollte kein Öl oder Klebstoff auf die Zecke geträufelt werden. Dabei erstickt sie und gibt in ihrem Todeskampf ebenfalls die gefährlichen Erreger ab.

Greifen Sie mit einem sog. Zeckenhaken oder einer Pinzette (gekonnte Entferner schaffen dies auch mit den Fingernägeln) direkt am Kopf und ziehen sie die Zecke ohne zu drehen dann senkrecht nach oben heraus. Die Einstichstelle anschließend reinigen und desinfizieren.

 

Wie beuge ich vor, damit die Zecke erst gar nicht zusticht? Es gibt viele Möglichkeiten, hier die gängigsten Abwehrmöglichkeiten:

 

Von medizinscher Seite gibt es sogenannte Spot On Produkte oder Protector Halsbänder.  Diese beeinhalten Pestizide (Nervengifte), welche die Zecken abhalten bzw. abtöten sollen. Hautreizungen, Juckreiz, Störungen des Nervensystems (Speicheln, Verwirrtheit), Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen sind Nebenwirkungen, die durch diese Produkte hervorgerufen werden können. Ein weiteres Problem ist, dass Zecken zunehmend resistenter gegen solche chemische Abwehrmittel werden.

 

Von naturheilkundlicher Seite gibt es viele Ansätze, welche mehr oder weniger unteschiedlich effektiv sind. Jeder Tierhalter muss für sein Tier testen, welche Anti-Zecken-Mittel bei seinem Tier am besten sind.

 

Bernsteinketten: Diese trägt das Tier das ganze Jahr. Durch die Reibung der Steine am Fell, wird ein harziger Geruch abgesondert, welche die Zecken nicht mögen. Auch die elektrostatische Ladung soll hilfreich sein.

 

Ätherische Öle: Die meistverwendeten ätherischen Öle sind auf Citronella, Thymian, Oregano und Geraniol Basis. Sie trocknen den Chinin Panzer der Zecken aus, bzw. haben eine abweisende Wirkung. Achtung nicht bei Katzen anwenden, wirken zum Teil toxisch!

 

Schwarzkümmelöl: Bei „Jugend forscht“ entdeckte ein Nürnberger Schüler, dass sein Hund bei regelmäßiger Einnahme von Schwarzkümmelöl deutlich weniger Zecken mit nach Hause brachte. Es scheint den Körpergeruch der Tiere zu verändern. Allerdings sollte es nicht zu hoch dosiert werden.

 

Spot on Produkte: Natürliche Spot On Produkte z. B. auf Neemöl und Kokosölbasis sind mittlerweile auch auf dem Markt erhältlich (z. B. Amigard). Die Wirkung hält allerdings nur 3-4 Wochen an.

 

Kokosöl: Der Geruch des Kokosöls hat eine abwehrende Wirkung auf Zecken, allerdings müssen die Hunde vor jedem Gassi gehen mit Kokosöl eingerieben werden.

 

Knoblauch: frisch, als Granulat oder Pulver eingenommen verändert es den Körpergeruch der Tiere (schwefelähnlich). Die Toxizität des Knoblauchs wird bei der geringen Dosis nicht erreicht.

 

Homöopathie: Bei Verdacht auf eine Borreliose Infektion durch einen Zeckenstich wird von unterschiedlichen Quellen die Gabe von Ledum empfohlen. Auch Nosoden, das sind aus den krankmachenden Bakterien hergestellte homöopathische Globuli, können angewendet werden (Borrelia burgdorferi). Gute Erfahrungen hat man mit dem Niembaum (azadirachta indica) als homöopathische Prophylaxe gemacht. Wenden Sie dies aber nicht ohne den Rat eines erfahrenen Homöopathen an!

 

Bio-energetische Tic-Clips: Durch eine speziell engergisch aktivierte Schicht an den Anhängern für Halsbänder sollen Zecken abgehalten werden. Die Wirkung ist allerdings umstritten.

Der beste Schutz gegen Zecken ist das regelmäßige Absuchen Ihres Tieres direkt nach dem Spaziergehen. Beim täglichen Streicheln alle Körperregionen mit weichen Hautstellen gründlich absuchen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie zeckenfrei durch den Herbst kommen.

 

Sabrina Lingrün

Wörth, den 11.09.2015

 

 

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sabrina Lingrün